EU-Sonderbeauftragter für Griechenland?

Der drohende Staatsbankrott von Griechenland ruft europäische Abgeordnete auf den Plan, die spezielle Massnahmen verlangen.

Griechenland soll nach dem Willen führender Europaabgeordneter unter Aufsicht eines EU-Sonderbeauftragten gestellt werden. «Angesichts der dramatischen Staatsverschuldung Griechenlands, die zu einer grossen Gefahr für den Euro werden kann, bin ich dafür, dass Brüssel einen hohen Beauftragten der EU in Athen einsetzt», sagte der Vorsitzende des zuständigen Sonderausschusses zur Wirtschafts- und Finanzkrise im Europäischen Parlament, Wolf Klinz (FDP Deutschland), der «Welt» vom Donnerstag. Dieser Sonderbeauftragte könne die griechische Regierung beraten, konkrete Sparmassnahmen vorschlagen «und zugleich als möglicher Sündenbock für unpopuläre Massnahmen dienen», sagte Klinz.

Nach Ansicht von Klinz steht Griechenland vor «schmerzhaften Reformen», die verantwortlichen Politiker würden dadurch unter erheblichen Druck kommen. «Da kann der Hohe Beauftragte als unabhängige Instanz helfen, die notwendigen Massnahmen mit aller Härte durchzusetzen», sagte der FDP-Politiker.

Griechenland hatte jahrelang falsche statistische Angaben an Brüssel geliefert. Wegen der maroden Haushaltslage in dem EU-Land stellte die EU-Kommission am Mittwoch den griechischen Haushalt unter ihre Kontrolle. (vin/sda/)

Erstellt: 04.02.2010, 09:30 Uhr

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