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Erst kommt das Geld, dann das Klima
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Klimagipfel Kopenhagen
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Meeresspiegel könnte bis 2100 um fast zwei Meter ansteigen
Im Jahr 2100 könnte das Wasser um 75 bis 190 Zentimeter höher stehen als heute. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der Technischen Universität Helsinki. Laut den Autoren beweisen die Daten, dass die Geschwindigkeit des Anstiegs des Meeresspiegels massgeblich von der globalen Mitteltemperatur beeinflusst würden. «Selbst bei einem relativ niedrigen Treibhausgas-Emissionsszenario mit einer Erwärmung um zwei Grad Celsius im 21. Jahrhundert wird der Meeresspiegel wahrscheinlich um mehr als einen Meter ansteigen», schreiben die Autoren. Die Erderwärmung müsse möglichst schnell gestoppt werden. (AP)
Klimaschutz kostet Milliarden. Und die Entwicklungsländer warten in Kopenhagen auf ein Abkommen, das eine langfristige Finanzierung regelt. Vor allem den ärmsten Staaten fehlt das Geld, in erneuerbare Energien zu investieren, Schutz vor Stürmen und Dämme gegen Hochwasser zu bauen und Fachleute auszubilden. Wie viel das kosten wird, darüber gehen die Schätzungen weit auseinander. Die EU geht davon aus, dass es ab 2020 jährlich etwa 150 Milliarden Dollar dazu braucht, Umweltorganisationen schätzen den gleichen Betrag. Die Weltbank hingegen rechnet mit über 450 Milliarden Dollar, davon allein 75 Milliarden, um sich gegen die Folgen der Erderwärmung zu schützen.
Die internationale Entwicklungsorganisation Oxam forderte gestern an der Klimakonferenz die reichen Staaten auf, einen neuen Fonds zu gründen, in den langfristig jährlich öffentliche Gelder von 200 Milliarden Dollar fliessen. Laut Oxam ist die langfristige Finanzierung entscheidend, damit Staaten wie China bereit sind, sich künftig auf verbindliche Reduktionsverpflichtungen von Treibhausgasen einzulassen. «Die langfristige Finanzierung muss in Kopenhagen geregelt sein», sagte der Leiter des Uno-Klimasekretariats Ivo de Boer an der Eröffnungszeremonie.
Die reichen Staaten haben bisher eingewilligt, im Rahmen eines «Schnell-starts» zwischen 2010 und 2013 10 Milliarden Dollar pro Jahr einzusetzen, um den armen Ländern zu helfen. Die USA haben gestern an der Klimakonferenz bestätigt, diesen Beitrag ab 2012 zu investieren.
Verschiedene Meinungen zur Geldbeschaffung
Oxam kritisiert jedoch, dass viele reiche Länder bereits versprochene Hilfsgelder verrechnen. «Es braucht neue Klimainvestitionen», verlangt die Organisation. Die Industriestaaten würden die Geduld der armen Länder in Kopenhagen überschätzen. Diese hätten klar zu verstehen gegeben, dass es keinen Deal gebe, wenn das Finanzierungsabkommen verwässert würde. Zumal die Vorstellung der Gruppe der Entwicklungsländer G-77 exorbitant ist: Sie fordern, dass die Industriestaaten 0,5 bis 1 Prozent des Bruttoinlandproduktes für den Klimaschutz in den armen Staaten aufbringen sollen.
Es gibt verschiedene Vorschläge, wie diese Gelder eingefordert werden sollen. Mexiko schlägt einen globalen Klimafonds vor. Die Staaten zahlen gemäss ihren CO2-Emissionen, der Bevölkerungszahl und der Zahlungsfähigkeit ein. Der Fonds soll jährlich 10 Milliarden Dollar generieren. Für die Schweiz hiesse das jährliche Einzahlungen von rund 260 Millionen Franken.
In Kopenhagen schlägt die Schweiz eine auf dem Verursacherprinzip beruhende CO2-Abgabe vor für Anpassungsmassnahmen, um sich vor den Folgen der Klimaerwärmung zu schützen. Ob dieser Vorschlag Akzeptanz findet, ist gemäss Delegationsleiter Thomas Kolly offen: «Neue Steuern durchzusetzen, ist immer schwierig.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 08.12.2009, 10:02 Uhr
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