Ausland
«Frankreich wird sich nicht einschüchtern lassen»
Frankreich hat heute Donnerstag bestätigt, dass die baskische Untergrundorganisation ETA für den Tod eines Polizisten bei einer Schiesserei nahe Paris verantwortlich ist. Staatschef Nicolas Starkozy sagt der ETA einen harten Kampf an.
«Damit eines klar ist, Frankreich wird sich von spanischen Terroristen nicht einschüchtern lassen», sagte Sarkozy am Donnerstag nach einem Gespräch mit Hinterbliebenen des Beamten. Er forderte für derartige Taten kategorisch 30 Jahre Gefängnis.
«Aufgespürt und mit grosser Strenge bestraft»
Sarkozy sagte bei seinem Besuch in der Nähe von Melun südöstlich von Paris, der 52-jährige Polizist sei «von Terroristen der Organisation ETA ermordet» worden. Die Ermittler hätten «recht genaue Elemente», um die Mittäter des bislang einzigen verhafteten Mannes früher oder später zu finden.
Die Täter «werden aufgespürt und mit grösster Strenge bestraft», sagte der Präsident. Spanien sei eine Demokratie, und Frankreich stehe seinem Nachbarland im Kampf gegen die baskischen «Terroristen» bei. Der spanische Regierungschef José Luis Zapatero werde an der Bestattung des Beamten am Dienstag teilnehmen.
Er selbst werde eine Trauerrede für den «mutigen» Polizisten halten, der am Dienstagabend bei einer Personenkontrolle erschossen worden war.
Auto identifiziert
Zuvor hatte bereits Innenminister Brice Hortefeux gesagt, es gebe «sehr klare» Beweise dafür, dass die Tat auf das Konto der ETA gehe. Es wäre das erste Mal, dass die Organisation in ihrem jahrzehntelangen gewaltsamen Kampf für die Unabhängigkeit des Baskenlandes einen Polizist in Frankreich tötete.
Die Ermittler hätten eines der Autos identifizieren können, das die Täter bei der Schiesserei verwendet hätten, sagte Innenminister Hortefeux. Es sei Mitte Februar im Landesinneren mit der üblichen «Vorgehensweise» der ETA gestohlen worden.
Die Polizei hatte nach der Schiesserei einen 27-jährigen Mann festgenommen, der sich als Baskenkämpfer bekannte. Nach mindestens fünf weiteren Beteiligten wurde am Donnerstag noch gesucht. Der festgenommene Verdächtige soll auch an Ausschreitungen junger Separatisten im spanischen Baskenland beteiligt gewesen sein; Spanien beantragte seine Auslieferung. (oku/sda/)
Erstellt: 18.03.2010, 14:57 Uhr



