Greenpeace stört mit angeblich echtem Atommüll

Aktualisiert am 24.06.2009

Mit angeblich echten Atommüllfässern hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace bei einer Expertentagung für erhebliche Aufregung gesorgt.

Hatten auch konventionelle Transparente dabei: Greenpeace-Aktivisten vor dem Tagungsort in Berlin.

Hatten auch konventionelle Transparente dabei: Greenpeace-Aktivisten vor dem Tagungsort in Berlin. (Bild: Reuters)

Etwa 50 Aktivisten blockierten am Mittwoch mit den Fässern den Eingang zum Hotel «Intercontinental», wo die Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Anwesenheit von Kanzlerin Angela Merkel einen Kongress abhielt. Die Polizei liess die Fässer abtransportieren und sperrte den Vorplatz des Hotels ab. Angeblich sollten die Fässer kontaminierte Erde aus Tschernobyl enthalten.

Greenpeace-Aktivisten hatten die Polizei zuvor auf die angeblich radioaktiv verseuchten Fässer hingewiesen. «Alle Fässer werden im Hahn-Meitner-Institut für Kernforschung auf Kontaminierung untersucht», sagte Polizeisprecher Klaus Schubert der Nachrichtenagentur AP. Ein Ergebnis der Untersuchung werde wahrscheinlich erst in den nächsten Tagen vorliegen. Da das Hotel keinen Strafantrag auf Hausfriedensbruch gestellt habe, hätten die Demonstranten weiter vor dem Eingang demonstrieren dürfen.

Der Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling sagte, die Fässer mit kontaminierter Erde aus der Nähe des Atomkraftwerks Tschernobyl sollten der Bundeskanzlerin eine Warnung vor den Risiken der Kernenergie sein. «Frau Merkel und die Stromkonzerne machen hier einen schmutzigen Deal. Sie wollen alte und unsichere Reaktoren länger laufen lassen und die erneuerbaren Energien zurückdrängen», kritisierte er. In den Spezialbehältern habe die rund zweieinhalb Kilogramm schwere Bodenprobe keine Gefährdung für Menschen in der Umgebung dargestellt. (sam/ap)

Erstellt: 24.06.2009, 15:58 Uhr

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