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Griechen zahlten 2008 fast 800 Millionen Euro für Bestechung – mindestens

Aktualisiert am 02.03.2010 14 Kommentare

Die Wirtschaft und Gesellschaft des Pleitelandes Griechenland befinden sich fest im Griff der Korruption. Ein neuer Bericht liefert erschreckende Zahlen für das vergangene Jahr.

Alle zahlen für alles: Eine Passantin vor einem Werbeposter für Geldanlagen einer Bank in Athen.

Alle zahlen für alles: Eine Passantin vor einem Werbeposter für Geldanlagen einer Bank in Athen.
Bild: Keystone

Der Bericht für das Jahr 2009 stammt von der Organisation Transparency International (TI), wie die Tageszeitung «Die Welt» berichtet. Demnach zahlten Griechen durchschnittlich 1355 Euro Bestechungsgeld, wenn sie die Ausstellung eines Führer- oder Fahrzeugscheins beschleunigen, eine Baugenehmigung kaufen, schneller in ein öffentliches Krankenhaus aufgenommen oder die Ergebnisse einer Steuerprüfung manipulieren wollten. 2008 hatte das durchschnittliche Bestechungsgeld für solche Zwecke bei 1374 Euro gelegen.

Im privaten Bereich, etwa bei Anwälten, Ärzten oder Banken, stieg die durchschnittliche Bestechungssumme sogar deutlich, wie die Zeitung schreibt. Hier zahlten Griechen 2009 durchschnittlich 1671 Euro Fakelaki - die Bezeichnung für das Bestechungsgeld, das gewöhnlich in einem Briefumschlag unter dem Tisch übergeben wird. Ein Jahr zuvor waren es 1575 Euro gewesen.

787 Millionen Euro – Tendenz steigend

Transparency International kalkuliert laut der Zeitung, dass griechische Haushalte 2009 insgesamt 787 Millionen Euro Bestechungsgeld zahlten: 462 Millionen Euro an Staatsdiener, 325 Millionen Euro im privaten Sektor. Die Summe der Bestechungsgelder wäre damit in nur zwei Jahren um gut 23 Prozent gestiegen: 2007 kalkulierten die Korruptionsforscher mit einer Gesamtbestechungssumme von 639 Millionen Euro.

Grundlage der Untersuchung ist dem Bericht zufolge eine Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Public Issue im Auftrag von TI unter 6122 erwachsenen Griechen durchführte. Den Meinungsforschern gaben 13,4 Prozent der Befragten zu Protokoll, dass von ihnen Bestechungsgeld verlangt worden sei.

Hohe Dunkelziffer wahrscheinlich

Diese Zahlen, so heisst es in dem Bericht, gäben allerdings nur einen kleinen Teil der Korruption in Griechenland wider, denn längst nicht jeder Befragte gebe die Zahlung zu. Zudem «erfassen wir nur die sogenannte kleine Korruption also die Bestechungsgelder, die Privatleute an Staatsdiener und im privaten Bereich zahlen», sagte der Chef von Transparency International Griechenland, Konstantin Bakouris, der Zeitung.

«Die wirklich grosse Korruption auf Staats- und Unternehmensebene, wie etwa beim Siemens-Bestechungsskandal», Bakouris, «wird von uns nicht einmal erfasst. Dabei ist sie weit verbreitet.» (raa/ddp)

Erstellt: 02.03.2010, 07:00 Uhr

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14 Kommentare

Rolf Iseli

02.03.2010, 08:06 Uhr
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Das war schon vor dem EU Beitritt so und bis dahin schiens funktioniert zu haben. Italien 1:1. Macht mal eine Studie über die CH. Hier nennt man es Bankgeheimnis. Antworten


Karin Gut

02.03.2010, 09:13 Uhr
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@R.Iseli: Vor EU-Beitritt und EU-Krediten lag Griechenlands BSP tief. Die EU-Finanzierer (Deutschland etc.) haben sich dann selber zur Geisel Griechenlands gemacht, indem sie sich mit Krediten, mit der Euro-Einheitswährung und der Personen-Freizügigkeit in untrennbare Seilschaft begeben haben. Stürzt Griechenland ab, so hängen sie voll mit drin. Gott sei dank ist die Schweiz nicht EU-Mitglied! Antworten



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