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Haager Richter warnt Karadzic

Der ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic weigert sich auch am Dienstag, an seinem Völkermord-Prozess zu erscheinen. Jetzt setzt ihn der Richter unter Druck.

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Der angeklagte Radovan Karadzic bei seinem ersten Auftritt in Den Haag.
Bild: Reuters

   

Der Völkermord-Prozess gegen den ehemaligen bosnischen Serbenführer ist am Dienstag ohne den Angeklagten fortgesetzt worden. Richter O-Gon Kwon warnte Karadzic, dass er das Recht verliert, sich selbst zu verteidigen, wenn er nicht demnächst an dem Verfahren teilnimmt.

Sollte er am kommenden Montag nicht zum dritten Verhandlungstag erscheinen, bleibe dem Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien keine andere Wahl als einen Pflichtverteidiger für den Angeklagten einzusetzen.

In elf Punkten angeklagt

Anschliessend begann die Staatsanwaltschaft mit Erläuterungen zur Anklage. Karadzic muss sich wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Die Anklageschrift gegen Karadzic umfasst elf Punkte.

Im Mittelpunkt steht das Massaker von Srebrenica, bei dem rund 8000 muslimische Jungen und Männer getötet wurden. Die Klagen beziehen sich auch auf die mehrjährige Belagerung Sarajevos, während der rund 10'000 Menschen ums Leben kamen. Karadzic war im Juli 2008 nach einem 13 Jahre langen Versteckspiel in Belgrad gefasst worden. (oku/sda/)

Erstellt: 27.10.2009, 15:51 Uhr

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