Ausland

Holländischer Politiker am Flughafen London festgenommen

Der niederländische Abgeordnete Geert Wilders darf wegen seiner islamkritischen Äusserungen nicht mehr nach England einreisen. Jetzt tat er es doch – und wurde in Heathrow abgefangen.

Einreiseverbot wegen Islamkritik: Geert Wilders.

Einreiseverbot wegen Islamkritik: Geert Wilders.
Bild: Keystone

Die britische Regierung hatte Wilders mitgeteilt, er sei nicht willkommen, weil er eine Bedrohung für «die Harmonie der Gemeinschaft und damit die öffentlichen Sicherheit» darstelle. Seine Abschiebung zurück in die Niederlande stehe unmittelbar bevor, sagte Wilders heute.

Die britische Botschaft in den Niederlanden informierte Wilders in dieser Woche darüber, dass er nicht ins Vereinigte Königreich einreisen dürfe. Der Abgeordnete kritisierte das Verbot als Versuch, die Redefreiheit zu unterdrücken, und reiste dennoch nach Grossbritannien. Dem britischen Premierminister Gordon Brown warf er vor, eine servile Haltung gegenüber dem Islam einzunehmen. Der britische Aussenminister David Miliband sagte dem Sender BBC, Wilders habe sich eines «extremen anti-muslimischen Hasses» schuldig gemacht.

Wegen Volksverhetzung ermittelt

In den Niederlanden wird gegen Wilders wegen Volksverhetzung ermittelt. 2007 hatte er erklärte, der Koran sollte ebenso wie «Mein Kampf» verboten werden, weil beide Bücher Abschnitte enthielten, die im Widerspruch zu westlichen Werten stünden. Sein Film «Fitna» sorgte im März 2008 weltweit für Aufsehen und für Empörung in der islamischen Welt. Ein Mitglied des Londoner Oberhauses hatte Wilders eingeladen, den 15-minütigen Film zu zeigen. (oku/ap/)

Erstellt: 12.02.2009, 18:49 Uhr

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