Ausland
Israels Justizminister will strenge Religionsgesetze einführen
«Tora-Gesetze Schritt für Schritt umzusetzen: Jaakov Neeman.
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Entsprechende Äusserungen Neemans bei einer Rabbiner-Konferenz in Jerusalem am Montagabend lösten in Israel empörte Reaktionen aus. «Die Tora-Gesetze sollten im Staat Israel die verbindlichen Gesetze sein», sagte Neeman während einer Ansprache. Er sprach sich dafür aus, dies «Schritt für Schritt» umzusetzen. Israel definiert sich selbst als jüdischer, säkularer und demokratischer Staat. Weltlich ausgerichtete Juden sind in Israel in der Mehrheit.
Die bei der Konferenz anwesenden Rabbiner hätten mit starkem Applaus reagiert, berichteten israelische Medien am Dienstag. Linksorientierte Politiker in Israel sowie Repräsentanten der Justiz äusserten jedoch scharfe Kritik an den Worten Neemans, der selbst religiöser Jude ist.
«Talibanisierung» Israels
Oppositionsführerin Zipi Livni sagte, Neemans Äusserungen müssten Besorgnis bei jedem Bürger Israels auslösen, der die Demokratie wertschätze. Jaakov Edri, Abgeordneter der Kadima-Partei, forderte einen Rücktritt Neemans. Der Vorsitzende der linksliberalen Merez-Partei, Chaim Oron, warnte sogar vor einer «Talibanisierung» Israels. Auch arabische Abgeordnete äusserten sich kritisch.
In einer Stellungnahme des israelischen Justizministeriums hiess es jedoch, Neeman habe nicht gemeint, dass das israelische Justizsystem vom jüdischen Religionsgesetz abgelöst werden solle. Neeman habe erklärt, er rufe «weder direkt noch indirekt dazu auf, die Gesetze des Staates mit Religionsgesetzen zu ersetzen». (sam/sda/)
Erstellt: 08.12.2009, 14:43 Uhr


