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Italiens Bischöfe fordern SMS-Verzicht an Ostern

Von Dominik Straub, Rom. Aktualisiert am 05.03.2009 5 Kommentare

Italienische Bischöfe ermuntern die Gläubigen, in der Fastenzeit nicht nur beim Essen auf die Bremse zu treten, sondern allgemein beim Konsum. Im Land wird das «Anti-High-Tech-Fasten» genannt.

«Die Bistecca einfach durch Fisch zu ersetzen – das ist nicht der Weg, der uns heutzutage in der Fastenzeit zu besseren Menschen macht», sagt Don Gianni Fazzini. Der Pater ist in der Diözese Venedig zuständig für Fragen der

Zusammen mit zwanzig anderen Diözesen spielt Venedig eine Vorreiterrolle bei dem, was in Italien «Anti-High-Tech-Fasten» genannt wird: der Verzicht nicht nur auf üppiges Essen, sondern auch auf allerlei andere Segnungen der Welt.

Verzicht wenigstens an den Feiertagen

So hat der Bischof von Modena die Gläubigen aufgefordert, bis Ostern keine SMS mehr zu verschicken, wobei sich der Verzicht nicht auf die ganze Woche bezieht, aber wenigstens auf die Freitage. Ausserdem sollen insbesondere die Jugendlichen auf den iPod verzichten. Statt virtuell zu kommunizieren und sich mit Kopfhörern von der Umwelt abzuschotten, sollten die Menschen wenigstens in der Fastenzeit versuchen, sich wieder richtig zu unterhalten und sich miteinander abzugeben, findet Benito Cocchi, der Bischof von Modena.

In eine ähnliche Richtung geht eine Initiative der Diözese Turin: Dort hat ein Pfarrer schwarze Tücher verteilt, mit welchen die Gläubigen während der Fastenzeit ihr Fernsehgerät verhüllen sollen. Der Bischof von Trento wiederum hat einen vollständigen liturgischen Kalender zum postmodernen Fasten erarbeitet: An einem Sonntag soll aufs Auto verzichtet werden, am nächsten auf den Computer und das Chatten, dann auf Shoppingtouren und am letzten auf «egozentrisches Verhalten».

Gegen den Konsumismus

Den Initiativen der Bischöfe ist gemein, dass sie sich gegen ein gesellschaftliches Phänomen richten, gegen das auch Papst Benedikt XVI. unermüdlich ankämpft: den Konsumismus. Wenigstens während der Fastenzeit, so das Credo der Bischöfe, sollen die Gläubigen ihre Kaufwut einschränken: Es gehe um einen «neuen Geist der Nüchternheit».

Ausserdem, betont der Erzbischof von Trento, Luigi Bressan, entsprächen die neuen Verzichtsvorschläge auch der Forderung des Papstes, das Fasten als «spirituelle Waffe gegen die geistige Unordnung» einzusetzen.

Ein weiteres erklärtes Ziel der Diözesen ist die Ökologie: «Das Fasten als individueller Verzicht kann auch zum Instrument einer kollektiven Verhaltensänderung werden», ist Don Gianni überzeugt. Ein Wechsel der Konsumgewohnheiten sei ein «Akt der Verantwortlichkeit, die jeder Christ gegenüber der Schöpfung hat», und auch eine Antwort auf die ökonomische Krise: Wer weniger für SMS ausgibt, kann sein Geld sinnvoller investieren. (Der Bund)

Erstellt: 05.03.2009, 11:16 Uhr

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5 Kommentare

Annemarie Richard

05.03.2009, 14:51 Uhr
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Was heisst denn da sinnvoller investieren, etwa mehr der Kirche abgeben. Wir bezahlen (noch) Kirchensteuer, finde es durchaus richtig. Die Herren Bischöfe sollten sich etwas mehr dem Gebet verschreiben. Weniger der Politik, den schwarzen Schafen und dem Geld. Wo bleibt denn da das geistige Vertrauen? Lassen sie doch den Jungen die Freude an ihren SMS, den Sonntagseinkäufern die Lust. Antworten


Werner Fürst

05.03.2009, 15:39 Uhr
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Da hätte ich doch auch noch einen Vorschlag: Wie wär's, wenn doch die - wie etliche Würdenträger sie tragen - über proportionalen Goldkreuze eingeschmolzen würden und der daraus resultierende Ertrag sinnvoll investiert würde. Das wäre, so meine ich, ganz im "neuen Geist der Nüchternheit". Antworten




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