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Lebensmittelcoupons für griechische Schüler

Aktualisiert am 31.01.2012

Die Regierung in Athen verteilt in neun Arbeitervierteln, in denen die Folgen der rigorosen Sparmassnahmen besonders spürbar sind, Essenscoupons. Derweil rückt ein Schuldenschnitt-Abkommen näher.

1/5 Seit Beginn der Wirtschaftskrise haben in Griechenland fast 900'000 Menschen ihren Job verloren. Hunderttausenden Angestellten und Pensionären ist ihr Einkommen vom Staat gekürzt worden.
Bild: Yiorgos Karahalis /Reuters

   

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Griechenland verhandelt

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Der griechische Staat braucht dringend mehr Einnahmen. Mit der Veröffentlichung einer Liste der grössten Steuersünder macht die Regierung zusätzlichen Druck.

Schuldenschnitt bis Ende Woche? Die Verhandlungen mit Griechenland sollen in den nächsten Tagen abgeschlossen werden. (Video: Reuters )

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Das griechische Bildungsministerium hat am Montag angekündigt, zur Unterstützung der durch die staatlichen Sparmassnahmen am härtesten betroffenen Schüler und Familien Lebensmittelcoupons zu verteilen. Von kommender Woche an sollten an 18 Schulen in neun Arbeitervierteln kostenlos Coupons für Milch, Früchte und Kekse verteilt werden, sagte der stellvertretende Bildungsminister, Evi Christofilopoulou, dem Parlament nach Angaben der halbamtlichen Nachrichtenagentur ANA.

Die Regierung steht seit Monaten unter Druck zu handeln, nachdem in den Medien Berichte über unterernährte Schüler aufgetaucht waren, die im Unterricht vor Entkräftung in Ohnmacht fielen. Das Bildungsministerium warf daraufhin Lehrer-Gewerkschaften vor, «populistische Propaganda» zu verbreiten, um Stimmung gegen die Sparmassnahmen der Regierung zu machen.

Das hochverschuldete Land hat im Gegenzug für internationale Hilfe strenge Sparmassnahmen verordnet. Diese haben die seit Jahren anhaltende Rezession aber noch weiter verschärft. Seit Beginn der Wirtschaftskrise haben in Griechenland fast 900'000 Menschen ihren Job verloren. Hunderttausenden Angestellten und Pensionären ist ihr Einkommen vom Staat gekürzt worden.

Verhandlung über Forderungsverzicht

Der griechische Regierungschef Papademos will die Verhandlungen über einen Forderungsverzicht privater Gläubiger in den nächsten Tagen unter Dach und Fach bringen. «Wir haben bedeutende Fortschritte erzielt», sagte Papademos in der Nacht auf heute nach einem Treffen mit Vertretern der Europäischen Zentralbank und der Europäischen Union im Anschluss an den EU-Gipfel in Brüssel. Auch die Gespräche mit der Troika aus EZB, EU und Internationalem Währungsfonds über ein zweites Hilfspaket über 130 Milliarden Euro für Griechenland sollten bis Ende der Woche abgeschlossen werden.

Hauptknackpunkte seien weiterreichende Einsparungen und Reformen des Arbeitsmarktes, sagte Papademos. Zuvor hatten die Euro-Länder Druck gemacht und erklärt, sie wollten die Hängepartie um das neue Rettungspaket für Griechenland in den kommenden Tagen beenden. Das Land soll für neue Kredithilfen aber auf Drängen Deutschlands schärfer an die Kandare genommen werden.

Neue Finanzhilfen nicht ausgeschlossen

Gleichzeitig schliesst Lukas Papademos die Notwendigkeit weiterer Finanzhilfen für sein Land nicht aus. Ob zusätzliches Geld gebraucht werde, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar, sagte er in der Nacht zum Dienstag nach einer EU-Konferenz in Brüssel. «Unser Ziel ist es, ein solches Szenario abzuwenden.»

(jak/AFP, sda, dapd)

Erstellt: 31.01.2012, 06:50 Uhr

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