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Libysche Millionen für Jörg Haider

Von Bernhard Odehnal, Wien. Aktualisiert am 02.08.2010 6 Kommentare

Der verstorbene Kärntner Politiker soll auf 12 Liechtensteiner Konten 45 Millionen Euro versteckt haben.

Saif al-Islam soll ihm dicke Dollarbündel übergeben haben: Der verstorbene Politiker Jörg Haider.

Saif al-Islam soll ihm dicke Dollarbündel übergeben haben: Der verstorbene Politiker Jörg Haider.

Jörg Haider und Saif al-Islam Ghadhafi – das war echte Freundschaft. Immer wieder trafen der Sohn des libyschen Diktators und der 2008 tödlich verunfallte Kärntner Politiker einander in betont herzlicher Atmosphäre. Für Haider dürfte sich die Freundschaft bezahlt gemacht haben. Österreichische Medien berichten jetzt von dicken Dollarbündeln, eingeschweisst in Plastikfolien, die Ghadhafi jr. bei seinen Besuchen Haider übergeben haben soll. Mehrmals. Und das Wiener Nachrichtenmagazin «Profil» hat eine heisse Spur, wie Haider das Geld aus dem Hause Ghadhafi anlegte: Sonderermittler aus Österreich, Bayern und Liechtenstein entdeckten zwölf Treuhandkonten von Briefkastenfirmen in Vaduz, zu denen Haider und seine engsten Mitarbeiter Zugriff hatten. Über diese Konten sollen insgesamt 45 Millionen Euro geflossen sein. Als sie von der Staatsanwaltschaft geöffnet wurden, lagen aber nur noch 5 Millionen Euro darauf.

Laut «Profil» stiessen die Staatsanwälte eher zufällig auf Haider. Sie suchten in Liechtenstein nach Schwarzgeld, dass einerseits beim Verkauf der Kärntner Bank Hypo-Alpe-Adria an die Bayerische Landesbank und anderseits bei der Privatisierung der österreichischen Bundeswohnbaugenossenschaft (Buwog) auf Liechtensteiner Konten geflossen sein soll. Die Privatisierung fand unter Finanzminister Karl-Heinz Grasser statt, und weil Grasser «Profil» wegen übler Nachrede einklagte, bekam das Magazin im Zuge des Verfahrens Einblick in die Ermittlungsakte.

Ungeklärte Herkunft

Haider soll die Liechtensteiner Gesellschaften in den 1990er-Jahren gegründet haben. Zugriff auf die Konten hatten nur er und drei oder vier seiner engsten Vertrauten aus der sogenannten Buberlpartie. Auch der spätere Finanzminister Grasser gehörte eine Zeit lang zu dieser Partie. An Haiders Parteien FPÖ und BZÖ gingen die Geldflüsse jedoch vorbei.

Woher die Millionen kamen, ist ungeklärt. Neben den Spenden von Saif al-Islam könnten auch Schmiergelder aus Immobiliengeschäften mit dem mittlerweile in Zagreb inhaftierten kroatischen General Vladimir Zagorec nach Liechtenstein geflossen sein. Auch überhöhte Provisionen für Privatisierungen in Österreich dürften dabei sein. Bei der Privatisierung der Buwog erhielten zwei Freunde von Karl-Heinz Grasser, von denen einer auch zu Haiders Buberlpartie zählte, fast 10 Millionen Euro für «Beratung». Mysteriös ist das Verschwinden von 40 Millionen Euro von Haiders Konten. Laut «Profil» führten «halsbrecherische Veranlagungen» zu dem Verlust. Als Verantwortlichen nennt die Boulevardzeitung «Österreich» Haiders ehemaligen persönlichen Referenten Gerald Mikscha, der stets bei den Treffen mit Ghadhafi jr. dabei war und 2003 in Libyen untertauchte. Heute soll sich Mikscha laut Austria Presseagentur irgendwo auf der Schweizer Seite des Genfersees aufhalten.

Haiders Witwe will von nichts wissen

Haiders Witwe Claudia will von den Konten zum ersten Mal hören. Allerdings kursiert die Anekdote in österreichischen Medien, dass sie kurz nach dem Tod ihres Mannes von zwei FPÖ-Politikern mit der Frage konfrontiert wurde: «Claudia, wo ist das Geld?» Haiders «Lebensmensch» Stefan Petzner hält die Aufdeckung der Geldflüsse für eine Verschwörung, «um Kärnten zu schaden». (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.08.2010, 00:19 Uhr

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6 Kommentare

Norbert Rufer

02.08.2010, 10:10 Uhr
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@B. Müller. Und warum braucht es Ihren Kommentar? Antworten


peter ess

02.08.2010, 07:38 Uhr
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Wird jetzt hier Haider als 'Rechtspopulist', 'führender Politiker', 'Alternativ Lebensstiler', 'Christ' angesprochen ?? Was auch immer ... es ist bezeichnend dass die Elite im Land und das wird bei uns nicht anders sein, wahrlich komische Bettgenossen haben wenn es darum geht ihre eigene Interessen uns in den Schlund zu schieben. Antworten



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