Ausland

Litauisches Gericht verbietet Schwulen-Parade

Aktualisiert am 05.05.2010 8 Kommentare

Die Richter des Landes haben den für Samstag geplanten Umzug «Baltic Pride» homosexueller Männer und Frauen in Vilnius verboten – mit einer fadenscheinigen Begründung.

Artikel zum Thema

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass der Umzug «die öffentliche Ruhe stören» könne. Die Richter annullierten damit am Mittwoch eine Genehmigung der Stadtverwaltung für die Veranstaltung, die gemeinsam von Schwulengruppen aus Estland, Lettland und Litauen geplant wurde.

In der Klage der Generalstaatsanwaltschaft gegen die Genehmigung hiess es: «Es gibt Grund zu der Annahme, dass der Staat nicht für die Sicherheit der Teilnehmer garantieren kann.» Nach dem Erfolg der Klage vor Gericht kündigte der «Verband tolerante Jugend» eine umgehende Gegenklage an, um den Umzug doch noch möglich zu machen.

Proteste von mehreren Seiten

Schwedens Europaministerin Birgitta Ohlsson kündigte in Stockholm einen offiziellen Protest ihrer Regierung an. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hatte schon vor dem Gerichtsentscheid protestiert: «Ein Verbot des Marsches oder das Versagen bei der Sicherung der Teilnehmer würde ein Signal an alle Litauer und den Rest der Welt senden, dass die Menschenrechte hier nur selektiv wahrgenommen werden können.»

Litauen steht bereits seit mehreren Jahren wegen der Diskriminierung Homosexueller auch durch Gesetzgebung in der internationalen Kritik. (raa/sda)

Erstellt: 05.05.2010, 13:33 Uhr

8

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

8 Kommentare

majo naef

05.05.2010, 13:45 Uhr
Melden

Ist ja klar wer da dahinter steckt. Litauen ist zum grössten Teil katholisch. Immer diese Religionen. Nicht zu glauben und wir schreiben tatsächlich das Jahr 2010. Antworten


Rene Hochuli

05.05.2010, 15:00 Uhr
Melden

«Es gibt Grund zu der Annahme, dass der Staat nicht für die Sicherheit der Teilnehmer garantieren kann.» - In Jerusalem wird seit Jahren die Gay Pride durchgefuehrt, und der Staat ist sich nicht zu schade die Sicherheit der Teilnehmer zu garantieren. - Ich sehen in Litauen eher den fehlenden Willen... Antworten



Ausland

Populär auf Facebook Privatsphäre


Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.