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Loblieder auf die Allianz sind auf dem Balkan zu hören

Von Enver Robelli, Zagreb. Aktualisiert am 02.04.2009 2 Kommentare

Jubel in Albanien, Freude in Kroatien und Enttäuschung in Mazedonien: Die jüngste Nato-Erweiterung wird unterschiedlich aufgenommen.

Der Nato-Beitritt hat Albanien in einen kollektiven Freudentaumel versetzt. Ministerpräsident Sali Berisha, der schon 1992 die Allianz um die Aufnahme seines Landes ersucht hatte, sprach vom wichtigsten Schritt in der Geschichte Albaniens seit der Unabhängigkeitserklärung vom Osmanischen Reich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Nun sei die Freiheit für immer garantiert, sagte Berisha, der die Anbindung an den Westen in Hinblick auf die anstehenden Wahlen als sein alleiniges Verdienst darzustellen versucht. Die albanische Hauptstadt Tirana ist seit Tagen mit Flaggen der Nato-Mitgliedsländer geschmückt. Ein Projektor wirft allabendlich das Logo der Nato auf den einstigen Amtssitz des kommunistischen Diktators Enver Hoxha.

Albaner vertrauen der Nato

Gemäss einer Gallup-Umfrage glauben die Albaner mehr der Nato als ihren religiösen Führern. Seit dem Nato-Feldzug 1999 gegen die serbischen Truppen im mehrheitlich albanisch besiedelten Kosovo geniesst das westliche Verteidigungsbündnis bei allen Albanern ungemeine Popularität. Die Zusammenarbeit der albanischen Armee mit der Nato ist eng: Etwa 400 Soldaten dienen in Afghanistan, Georgien und Bosnien. Aus dem Irak und Tschad wurden die albanischen Truppen erst kürzlich zurückgezogen. Die Streitkräfte des Landes zählen heute rund 12'000 Mann. Das ist ein Fortschritt: Denn 1997 hatte sich die Armee, nachdem betrügerische Finanzpyramiden zusammengebrochen waren, binnen weniger Tage aufgelöst.

In Kroatien betrachtet die Bevölkerung die Nato-Aufnahme als eine Selbstverständlichkeit. Das grosse Ziel der Politiker in Zagreb bleibt der EU-Beitritt. Die Verhandlungen mit Brüssel werden derzeit aber von Slowenien wegen eines Grenzstreits blockiert. Kroatien habe mit dem Nato-Beitritt eines von zwei aussenpolitischen Zielen erreicht, erklärte Staatspräsident Stipe Mesic. Nun müsse die EU-Integration vorangetrieben werden. Das Land hat die Armee auf 16'000 Mann verringert und beteiligt sich an mehreren Nato-Einsätzen. Bis 2015 will die Adriarepublik etwa zwei Milliarden Euro für die Modernisierung der Streitkräfte aufwenden.

Griechen gegen Beitritt Mazedoniens

In Mazedonien überwiegt die Enttäuschung: Griechenland steht einem Nato-Beitritt des Balkanstaates entgegen, solange der Namensstreit nicht gelöst ist. Die griechische Regierung verlangt, dass Mazedonien, das ähnlich heisst wie eine nordgriechische Region, erst seinen Namen ändert. Ein Uno-Vermittler hat jüngst Vorschläge für die Umbenennung Mazedoniens gemacht. Die Regierung in Skopje lehnte diese jedoch ab. Ministerpräsident Nikola Gruevski missbraucht die hellenische Geschichte gern für politische Zwecke. Obwohl die Slawen den Balkan erst im 6. Jahrhundert besiedelten, behaupten manche Pseudohistoriker in Skopje, ihre Landsleute seien Nachfahren der antiken Mazedonier. Solche Provokationen verstärken Athens Ablehnung. Die sozialdemokratische Opposition fordert denn auch einen Kompromiss im Namensstreit.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.04.2009, 19:53 Uhr

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2 Kommentare

Donev Mitko

02.04.2009, 23:56 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Sehr geehrter Herr Robelli Im bezug auf den bericht über die Nato Beitritte auf dem balkan, unterster abschnitt über Mazedonien, möchte ich sie bitten, etwas neutraler zu sein und etwas mehr zu recherchieren, bevor sie jemanden verurteilen. Ich habe Verständnis für ihre offensichtliche Sympatie zu Griechenland, jedoch kann es auch ihnen nicht schaden sich mit dem Thema beschäftigen. M.Donev Antworten


Kristian Kostadinov

04.04.2009, 08:19 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Ein Grund mehr die besser recherchierte NZZ zu lesen!! Enver Robellis stets einseitige (kosovo-albanisch- und griechenlandfreundliche) Beitraege stossen mir schon seit Jahren sauer auf. Es kann doch nicht sein, dass sich eine Zeitung wie der Tagi nur auf die Meinung eines Berichterstatters stuetzt. Gerade bei so einem heiklen Thema. Gruss aus Australien. Antworten



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