London führt Nacktscanner an Flughäfen ein

Aktualisiert am 03.01.2010

Als Reaktion auf den verhinderten Anschlag in Detroit erhöht Grossbritannien landesweit die Sicherheitsvorkehrungen.

Soll die Sicherheit auf Flügen erhöhen: Das Scannen der Passagiere.

Soll die Sicherheit auf Flügen erhöhen: Das Scannen der Passagiere.
Bild: Keystone

Wie Premierminister Gordon Brown am Sonntag der BB sagte, werden Flugreisende künftig landesweit mit sogenannten Nacktscannern kontrolliert. Auch bei Transitreisenden soll demnach das Handgepäck kontrolliert werden. Die Flughafengesellschaft BAA, die unter anderem den Flughafen Heathrow betreibt kündigte an, Körperscanner so bald wie möglich einzusetzen.

Auch in Deutschland soll es bald soweit sein. Die deutsche Forschungsministerin Annette Schavan erwartet eine rasche Einführung von Nacktscannern auf Flughäfen. «Wir sind zuversichtlich, dass wir im Sommer Forschungsergebnisse für eine ganz neue Generation von Körperscannern vorstellen können», sagte die CDU-Politikerin der «Bild am Sonntag». Der Chef der deutschen Polizeigewerkschaft (GdP), Konrad Freiberg, sprach sich für die Einführung der Geräte aus und kritisierte Sicherheitsmängel an Flughäfen.

Wer sorgt für Sicherheit?

«Wir haben seit Jahren immer wieder darauf hingewiesen, dass es Mängel bei den Sicherheitskontrollen an unseren Flughäfen gibt», sagte Freiberg der «Berliner Morgenpost». Es habe Tests gegeben, bei denen Polizisten versucht hätten, mit ihren Waffen durch die Sicherheitsschleusen zu kommen. «Leider gab es teilweise eine Erfolgsbilanz von 30 Prozent zulasten der Sicherheit», erklärte der Gewerkschaftschef.

Als Gründe für die Mängel nannte er veraltete Technik sowie die mangelnde Attraktivität des Berufs. «Teilweise verdienen die Mitarbeiter gerade einmal 7,50 Euro pro Stunde, melden sich deswegen krank oder haben einen Nebenjob. Das sind Zustände, die bei einem so wichtigen Punkt wie der Sicherheit im Flugzeugwesen nicht hinnehmbar sind», sagte er.

Verletzt Abtasten ein Menschenrecht?

Der Vorsitzende des Innenausschusses des deutschen Bundestages, Wolfgang Bosbach, sprach sich für eine «dringend notwendige Versachlichung der Diskussion» über Nacktscanner aus. Niemand wolle Geräte, die die Menschenrechte verletzten, wird er in der «Berliner Morgenpost» zitiert. «Die neue Form der Geräte zeigt nicht den Körper des einzelnen Passagiers, sondern ein Piktogramm. Und nur im Falle eines Treffers wird dann die Körperstelle angezeigt, an der sich beispielsweise ein in der Achselhöhle verstecktes Keramikmesser befindet.»

Die neue Technologie könne ohne den Einsatz von Strahlen am Körper verborgene Gegenstände erkennen. Zudem würde das lästige Abtasten per Hand durch das Sicherheitspersonal wegfallen. «Wer beispielsweise einen Herzschrittmacher trägt und viel fliegt, würde es zu schätzen wissen, wenn diese Prozedur wegfallen würde. Ich habe im Zusammenhang mit dieser Debatte noch nirgendwo gelesen, dass das Berührtwerden durch fremde Menschen die Menschenrechte verletzt.» (cpm/ap)

Erstellt: 03.01.2010, 15:33 Uhr

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