Ausland

Merkel stürzt beim Langlauf – Verletzung «sehr schmerzhaft»

Aktualisiert am 06.01.2014

Die Bundeskanzlerin hat sich im Engadin eine «schwere Prellung verbunden mit einem unvollständigen Bruch» zugezogen. Sie muss Termine absagen.

Eben noch meldeten die deutschen Zeitungen eine zufriedene Kanzlerin, die zum Skilanglauf antrat: Angela Merkel am 23. Dezember in St. Moritz. (Foto: Dukas)

Eben noch meldeten die deutschen Zeitungen eine zufriedene Kanzlerin, die zum Skilanglauf antrat: Angela Merkel am 23. Dezember in St. Moritz. (Foto: Dukas)

Wird die nächsten drei Wochen voraussichtlich flach liegen: Angela Merkel. (Video: Reuters )

Velertzt sich beim Skilanglauf: Angela Merkel.

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Keine Operation, aber viel Liegen und Krankengymnastik: Es wird einige Wochen dauern, bis die Beckenverletzung, die sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem Sturz beim Ski-Langlauf zugezogen hat, ausgeheilt ist. Der Unfall ereignete sich im Engadin. Merkel verbringt ihren Urlaub seit Jahren ganz diskret in Pontresina, einer Nachbargemeinde des mondänen St. Moritz am Fusse des Bernina. Derartige Verletzungen sind nach Angaben des Präsidenten des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen (BDC), Hans-Peter Bruch, nicht gefährlich aber «sehr schmerzhaft».

Laut Regierungssprecher Steffen Seibert handelt es sich um eine «schwere Prellung verbunden mit einem unvollständigen Bruch im linken hinteren Beckenring». Dieser Beckenring befindet sich seitlich von der Wirbelsäule. Der Hüftknochen ist nicht betroffen.

Knochen angebrochen

Der Unfall ereignete sich während der Weihnachtsferien noch im alten Jahr. «Sie ist hingefallen. Beim Langlauf. Wir gehen von niedriger Geschwindigkeit aus», sagte Seibert. Einen genauen Termin nannte er nicht.

Nach Darstellung des Regierungssprechers ging Merkel zunächst nur von einer schmerzhaften Prellung aus. Erst nach einer medizinischen Untersuchung am Freitag vergangener Woche in Berlin habe sich dann herausgestellt, dass es sich um eine «Infraktion» handelt. Von einer Infraktion sprechen Ärzte, wenn der Knochen angebrochen, aber nicht durchbrochen ist.

Mühsame Kurierung

Die Art der Verletzung weise darauf hin, dass es sich durchaus um einen «gewaltigen Sturz» gehandelt haben müsse, sagte Bruch der Nachrichtenagentur AFP. Solche Verletzungen sind demnach mit einem grossen Bluterguss verbunden, was starke Schmerzen verursacht. Bei schweren Prellungen können auch Nerven betroffen sein. Medikamente sollen Schmerzen und Entzündungen bekämpfen.

Bei stabilen Verletzungen ohne Knochenverschiebung ist meist keine Operation nötig, die Patienten müssen zunächst viel liegen. Zugleich wird aber bereits mit der Krankengymnastik begonnen, um einen Muskelabbau zu verhindern. Gehstützen helfen dann bei den ersten Schritten.

Teilnahme am WEF unklar

Nach Angaben Bruchs dürfte die Kanzlerin die Verletzung «auch nach drei Wochen noch spüren». In der Regel dauert es dem Chirurgen zufolge vier bis sechs Wochen, bis der Knochen ausgeheilt ist. Fortbewegen soll sich die Kanzlerin wenn überhaupt nur mit einer Gehhilfe. Die Kanzlerin arbeite aber weiter und tue dies weitgehend von zu Hause aus, sagte Regierungssprecher Seibert. Sie sei «handlungsfähig und kommunikationsfähig, in vollem Masse». Am Mittwoch werde sie auch die Sitzung des Bundeskabinetts leiten.

Abgesagt wurden unter anderem die für Mittwoch vorgesehene Polen-Reise Merkels sowie der Empfang des neuen luxemburgischen Premierministers Xavier Bettel am Donnerstag. Auch die für Ende der Woche geplante Klausur des CDU-Bundesvorstands in Erfurt wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Ob Merkel am diesjährigen World Economic Forum in Davos teilnehmen wird ist nicht bekannt. Das Wirtschaftstreffen findet vom 22. bis 25. Januar statt. Die Teilnehmerliste wird am 15. Januar veröffentlicht. (cpm/mrs/ajk/sda)

Erstellt: 06.01.2014, 11:46 Uhr

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