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Minarettverbot: «Sarkozy hätte diese Schandtat verurteilen sollen»
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Artikel zum Thema
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- «Ein bisschen schlecht fühlen wir uns schon wegen der Muslime»
- «Club»-Kritik: «Grusig ist das, widerwärtig!»
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Die Medienoffensive von Präsident Nicolas Sarkozy scheint in Frankreich nicht goutiert zu werden: Sein Artikel zum Schweizer Minarettverbot in der Zeitung «Le Monde» ruft mehrheitlich kritische Reaktionen hervor. Viele Leser hinterfragen, warum Sarkozy – in seinem Beitrag verteidigt er die Schweiz und zeigt Verständnis für die Sorgen des Volkes gegenüber dem Islam – politischen Gewinn aus dem Schweizer Votum ziehen will. Jacques V. schreibt beispielsweise: «Toleranz muss allen zuteil werden. Man kann sie nicht nur von den Muslimen erwarten.»
Alexandre P. stellt trocken fest: «Sarkozy sagt uns, die Schweizer haben richtig abgestimmt, sie zeigen uns den Weg.» Er befürchtet, dass das Minarettverbot den französischen Rechtsextremen unter Jean-Marie Le Pen Aufwind geben könnte. Sarkozy wolle gegenüber Ausländern nur tolerant sein, wenn sich diese assimilierten und unsichtbar würden. Deutlicher wird ein Leser mit dem Pseudonym pacré: «Sarkozy stützt sich auf das Schweizer Ergebnis, das von der extremen Rechten organisiert wurde. Er hätte diese Schandtat verurteilen und keine politischen Schlüsse für sich daraus ziehen sollen».
Zweierlei Massstäbe
Claude L. versteht nicht, warum Sarkozy sich daran stört, dass man die Schweiz des Populismus bezichtige. «Es war ja eine populistische Partei, die dieses Referendum unterstützte». Einige Leser ärgern sich auch darüber, dass Sarkozy nun plötzlich ein offenes Ohr für Volkes Stimme hat. «Sarkozy scheint das Schweizer Abstimmungsergebnis besser zu respektieren und zu verstehen, als jenes der Iren nach deren Nein zum Lissaboner EU-Vertrag», schreibt der Leser jlecynique. Damals forderte der französische Präsident die irischen Stimmberechtigten auf, nochmals abzustimmen.
Für viele macht die ganze Debatte, die das Schweizer Votum in Frankreich ausgelöst hat, gar keinen Sinn: Sie sind Atheisten oder Nichtgläubige und wollen keine religiöse Identität aufgedrückt bekommen. Vereinzelt finden sich unter den Kommentaren Stimmen, die die Schweizer in Schutz nehmen. So stört sich Leser ruz an Sarkozys belehrendem Tonfall: «Der Präsident behandelt die Schweiz herablassend: Er versucht das Land zu verstehen als wäre es ein ungezogenes Kind.» (cha)
Erstellt: 09.12.2009, 13:47 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.




