Neuer Tiefpunkt in den schwedisch-türkischen Beziehungen

Aktualisiert am 12.03.2010

Der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan sagt wegen des Völkermord-Votums zu Armenien seinen Schweden-Besuch ab. Die Botschafterin wurde abgezogen.

Nicht erfreut: Der türkische Premier Erdogan kritisiert den Entscheid des schwedischen Parlaments.

Nicht erfreut: Der türkische Premier Erdogan kritisiert den Entscheid des schwedischen Parlaments.
Bild: Keystone

Das bestätigte Aussenminister Carl Bildt in der Nacht zum Freitag in seinem Internetblog. Erdogan reagierte damit auf eine Resolution des Stockholmer Reichstages, mit der der Massenmord an Armeniern und anderen ethnischen Gruppen 1915 im Osmanischen Reich als Völkermord eingestuft wird. Die Türkei hat auch ihre Botschafterin aus Stockholm bis auf weiteres abgezogen.

Bildt distanziert sich von der mit einer Stimme Mehrheit verabschiedeten Erklärung des eigenen Parlaments. Er schrieb in seinem Blog: «Die Geschichte durch Abstimmungen im Reichstag zu politisieren, ist alles andere als konstruktiv.»

Es beunruhige ihn vor allem, dass dies von Reformgegegnern in der Türkei ausgenutzt und der Versöhnungsprozess zwischen Türken und Armeniern gestoppt werden könne. (sda)

Erstellt: 12.03.2010, 08:21 Uhr

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