Nüchternes Ergebnis im Kampf gegen Drogen

Aktualisiert am 10.03.2009 14 Kommentare

Weltweit kämpfen die Länder mit unzähligen Drogenfahndern gegen den Handel mit Rauschgift. Das Fazit ist bitter.

Wurde deutlich mehr produziert: Kokain.

Wurde deutlich mehr produziert: Kokain. (Bild: Keystone)

Ungeachtet der internationalen Bemühungen um die Bekämpfung des Rauschgifthandels hat sich in den letzten zehn Jahren am weltweiten Drogenproblem fast nichts geändert.

Dies geht aus einer Studie der EU-Kommission hervor, die am Dienstag in Wien veröffentlicht wurde. Die Verfasser konnten zwar «leichte Verbesserungen» in einigen reicheren Ländern registrieren. In ärmeren Staaten, zu denen auch grosse Entwicklungs- oder Schwellenländer gehören, habe sich die Lage jedoch «erheblich verschlechtert».

Probleme wurden komplexer

Insgesamt kommt der Bericht zu dem Schluss, dass die Drogenbekämpfungsmassnahmen im letzten Jahrzehnt vor allem auf nationaler Ebene weltweit verstärkt wurden. So seien die Bemühungen um Hilfe für Drogenkonsumenten ausgebaut und härtere Massnahmen gegen Drogenhändler verabschiedet worden.

Doch in der Praxis fanden die Autoren der Studie keine Anhaltspunkte für eine wirkliche Besserung. Das weltweite Drogenproblem sei nur komplexer geworden.

Starker Preiszerfall

So seien die Preise für Drogen in den meisten westlichen Ländern seit 1998 um nicht weniger als zehn bis 30 Prozent gefallen, und dies, obwohl die Drogenhändler in einigen Ländern strenger bestraft würden. Andererseits gebe es keine Hinweise darauf, dass der Erwerb von Drogen schwieriger geworden ist.

Der Bericht wurde einen Tag vor einer Tagung internationaler Experten veröffentlicht, die ab diesem Mittwoch in Wien im Rahmen der jährlichen Tagung der UNO-Suchtstoffkommission (CND) stattfindet.

Minister und Drogenbeauftragte wollen dabei neue Richtlinien zur internationalen Drogenbekämpfung bis 2019 verabschieden. In der kommenden Woche findet dann in Wien die 52. Sitzung der CND statt, auf der der Aktionsplan beraten wird.

Immer mehr Heroin produziert

Nach den am Dienstag veröffentlichten Untersuchungsergebnissen ist in den vergangenen Jahren die Produktion von Rohopium, aus dem etwa Heroin gewonnen wird, drastisch gestiegen:

Waren es 1998 nach UNO-Schätzungen noch 4346 Tonnen, so stieg die Gesamtproduktion weltweit 2007 schon auf 8870 Tonnen. Etwas geringer stieg die Produktion von Kokain, die sich seit 1998 von 825 Tonnen auf 994 Tonnen erhöhte.

Nach den Ermittlungen der Drogenfahnder nimmt die Zahl der Drogenbenutzer in ärmeren Ländern zu, während Europa, Australien oder die USA insgesamt abnehmende Zahlen bei Heroinkonsumenten verzeichnen.

Asien besonders stark betroffen

Eine besonders negative Entwicklung gab es in Russland, wo etwa 1,6 Prozent der Bevölkerung - oder rund 1,5 Millionen Menschen Heroin nehmen. Ähnlich sind die Raten in Zentralasien, wobei die Gesamtzahl der Konsumenten geringer ist.

China hatte in den späten 1990er Jahren eine regelrechte Heroin- Epidemie zu verzeichnen, doch ist die Zahl der Süchtigen gemessen an der Gesamtbevölkerung mit 0,25 Prozent relativ gering. Die höchste Rate weist der Iran auf, wo 2,8 Prozent Heroin nehmen.

Weltweit rückläufig ist der Konsum von Cannabis, der allerdings in einer wachsenden Zahl von Ländern nicht mehr als Rauschgift gilt. Hier schätzt die Studie die Gesamteinnahmen durch den Verkauf allein für Westeuropa, die USA und Ozeanien im Jahr 2005 auf fast 70 Milliarden Euro. (sam/sda)

Erstellt: 10.03.2009, 16:55 Uhr

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14 Kommentare

widmer peter

10.03.2009, 17:38 Uhr
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Im Hinblick auf die Kosten der Prävention, der kriminalistischen Untersuchungen etc. gibt es nur eine Lösung: Vollkommene Legalisierung der Drogen. Eigenverantwortung für jeden; das löst das Problem nicht ganz aber es führt zu einem Preiszerfall und die Beschaffungskriminalität wird massiv sinken. Es kann nicht am Staat liegen, Personen vor Ihrer Sucht zu schützen;da ist jeder selbstverantwortlich Antworten


Hedvika Post

10.03.2009, 18:54 Uhr
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Legalisierung scheint mir gefährlich zu sein, da Menschen mit ganz perfiden Methoden abhängig gemacht werden und Drogen doch beträchtlich die Gesundheit schädigen. Antworten



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