Ausland

Papandreou nennt Spekulanten Brandstifter

Aktualisiert am 09.03.2010

Wenn Giorgos Papandreou heute Abend auf Barack Obama trifft, hat der griechische Ministerpräsident seinem US-Kollegen einiges zu sagen.

Macht die gierige Finanzindustrie mitverantwortlich für die Misere seines Landes: Giorgos Papandreou.

Macht die gierige Finanzindustrie mitverantwortlich für die Misere seines Landes: Giorgos Papandreou.
Bild: Reuters

Papandreou macht die Hedgefonds und Spekulanten für die Zuspitzung der Lage in Griechenland verantwortlich. Er fordert die USA zu einer stärkeren Regulierung von Hedgefonds auf. Papandreou mahnte vor seinem Treffen am Dienstag mit US-Präsident Barack Obama, die finanziellen Schwierigkeiten seines Landes seien ein Problem, das die USA nicht ignorieren könnten.

Es gehe ihm aber nicht um Finanzhilfen, betonte Papandreou. Griechenland wolle vor allem sehen, dass die USA Hedgefonds und Währungshändler stärker kontrollierten. Papandreou kam im Oktober vergangenen Jahres an die Macht und musste dann einräumen, dass das Haushaltsdefizit seines Landes viel grösser ist als bislang bekannt. Es lag 2009 bei 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Spekulanten mit Brandstiftern verglichen

Finanzminister Giorgos Papaconstantinou sagte am Montag der Nachrichtenagentur AP, der Ministerpräsident habe versucht, deutlich zu machen, wie die Hedgefonds die Krise seines Landes verschlimmert hätten. Die Fonds wetteten darauf, dass Griechenland seine Kredite nicht begleichen könne, und erschwerten dem Land damit die Refinanzierung. Papandreou verglich die Spekulanten mit Brandstiftern. Der gesunde Menschenverstand gebiete es, dass eine Person nicht eine Feuerversicherung auf das Haus des Nachbarn abschliessen, dieses dann in Brand stecken und dann die Versicherungssumme kassieren könne. Gemeinsam könnten die USA und Europa derartige Aktivitäten eindämmen.

Papandreou mahnte, finanzielle Instabilität in Griechenland und Europa sei auch eine Gefahr für die USA. Ein schwacher Euro bedeute, dass der Dollar steige. Das wieder führe zu einem Anstieg des Haushaltsdefizit der USA. Wenn die EU schwanke, dann habe das spürbare Folgen. Papaconstantinou warnte, noch seien nach der letzten Finanzkrise nicht die Änderungen im Finanzsystem umgesetzt worden, um eine Wiederholung zu verhindern. Papaconstantinou betonte, er habe sich bei einem informellen Treffen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Rat für die Steuer- und Haushaltsreform geholt. Es sei nicht um Finanzhilfen für sein Land gegangen. (cpm/ddp)

Erstellt: 09.03.2010, 09:38 Uhr

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