Papst begnadigt notorischen Holocaust-Leugner

Von Stefan Eiselin. Aktualisiert am 22.01.2009 32 Kommentare

Das Oberhaupt der katholischen Kirche macht die Exkommunikation von Bischof Richard Williamson rückgängig. Der Brite behauptet, kein Jude sei je in einer Gaskammer gestorben.

Quelle: Sveriges Television

Papst Benedikt XVI. hat gemäss der italienischen Zeitung «Il Giornale» das Dekret bereits unterschrieben. Und dieses hat es in sich. Denn mit seiner Signatur rehabilitiert der Oberhirte der Katholiken vier Bischöfe der vom Marcel Lefèbvre gegründeten ultrakonservativen Priesterbruderschaft St. Pius X mit Sitz in Ecône im Kanton Wallis. Weil Rom diese nicht anerkennt, wurden die vier ehemaligen Würdenträger 1988 aus der Kirche ausgeschlossen.

Diesen Schritt macht Benedikt nun rückgängig. Noch ist das Dekret nicht endgültig verabschiedet. Offiziell bestätigt der Vatikan denn auch nichts, er dementiert aber auch nicht. Eine gut unterrichtete Quelle erklärte jedoch der britischen Tageszeitung «Times»: «Das Thema ist überaus heikel. Aber da tut sich gerade etwas.»

«Nichts als Lügen, Lügen, Lügen»

Das löst bereits jetzt einen Sturm der Entrüstung aus. Denn einer der vier begnadigten Bischöfe ist Richard Williamson. Der Brite ist ein Holocaust-Leugner. Am Mittwoch etwa erklärte er in der Sendung «Uppdrag granskning» im schwedischen Fernsehen: «Es gab keine Gaskammern». Er bestätigte in dem Interview auch eine seiner früheren Aussagen: «Nicht ein einziger Jude wurde durch Gas in Gaskammern getötet. Das sind nichts als Lügen, Lügen, Lügen.» Er glaube, dass «die historischen Beweise, nicht die Annahme bestätigen, dass sechs Millionen Juden planmässig in Gaskammern getötet wurden, nach einem Plan von Adolf Hitler». Lediglich 200'000 bis 300'000 Juden seinen in Konzentrationslagern gestorben.

Der TV-Reporter sprach ihn in der Folge darauf an, dass er von einigen als Antisemit bezeichnet werde. Williamson antwortet kühl: «Es geht hier nicht um Schimpfworte, sondern um die geschichtliche Wahrheit. Und die historische Wahrheit ruht auf Beweisen, nicht auf Gefühlen.»

Gegen Juden und Freimaurer

Schon früher hatte er mit antisemitischen Äusserungen für Aufregung gesorgt. Williamson sagt, die Juden würden die Weltherrschaft anstreben. Zusammen mit den Freimaurern seien sie auch an der Korruption in der katholischen Kirche schuld. Zudem sagt er, die Juden seien «Feinde von Christus» und fordert ihre Bekehrung zum Katholizismus.

Auch sonst predigt der Brite allerlei Verschwörungstheorien, etwa zu John F. Kennedys Ermordung. Oder zu den Anschlägen vom 11. September 2001. Williamson behauptet immer wieder, die amerikanische Regierung stecke dahinter, um ihre Politik zu rechtfertigen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.01.2009, 23:30 Uhr

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32 Kommentare

Christoph Mayer

22.01.2009, 23:46 Uhr
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Das überrascht mich nicht. Da zeigt sich die Gesinnung dieses Papstes welcher in den 70-iger Jahren als hoher Funktionär im Vatikan die sogenannten "Befreiungstheologen" wie Don Helder Camara in die Südamerika be- kämpfte. Diese südamerikanischen Bischöfen lehnten sich gegen Diktaturen, Verletzung der Menschenrechte auf. Antworten


Peter Müller

22.01.2009, 23:47 Uhr
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Ihr Bericht spottet jeglichen journalistischen Grundsätzen! Anstatt über Williamson zu berichten, BEWERTEN Sie. Offenbar trauen Sie Ihren LeserInnen nicht zu, sich selber eine Meinung dazu zu bilden. Tendenziöse Berichte jedoch erwecken in mir Misstrauen, und ich frage mich, ob er nicht im einen oder anderen Bereich gar Recht haben könnte??? Weiss er auch, wer Joh. Paul I auf dem Konto hat??? Antworten



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