Ausland
Polen reagiert harsch auf «Nazi-Propaganda»
Sudetendeutsche warnen vor Rechtsrutsch
Der Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft und CSU-Europaabgeordnete Bernd Posselt hat angesichts des angekündigten Ausscheidens von Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach aus dem CDU-Bundesvorstand vor der Entstehung einer Partei rechts der Union gewarnt.
«Wenn sich rechts von der CDU eine Protestpartei etabliert, dann hat das auch Auswirkungen auf die CSU», sagte Posselt der «Mitteldeutschen Zeitung» aus Halle. Der Verzicht von Steinbach auf eine erneute Kandidatur für den CDU-Bundesvorstand sei ein «erstes Zeichen der Desintegration» bei den Christdemokraten.
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Der polnische Botschafter in Deutschland, Marek Prawda, fühlt sich durch Äusserungen aus dem Bund der Vertriebenen (BdV) über den Beginn des Zweiten Weltkriegs an Nazi-Propaganda erinnert. Deren Präsidentin Erika Steinbach sei es auch darum gegangen, «die Kriegsschuld auf andere zu schieben», sagte er der «Passauer Neuen Presse».
Über die Äusserungen zweier Funktionäre des Bundes der Vertriebenen und dessen Präsidentin Erika Steinbach zur «Mobilmachung» Polens im März 1939 sagte der Diplomat, hier werde «natürlich» der Versuch einer Relativierung unternommen.
Beziehungen zwischen Polen und Deutschland «nicht belastet»
Aus polnischer Sicht sei das «keine grosse Überraschung – so etwas haben wir in der Vergangenheit leider immer wieder aus Kreisen des Bundes der Vertriebenen gehört», sagte Prawda. Diese Äusserungen belegten, «dass viele Menschen im Ausland ebenso wie in Deutschland nicht ohne Grund Probleme mit dem Bund der Vertriebenen und seiner Arbeit haben».
Allerdings hob der Vertreter Polens in Deutschland hervor, dass er die gegenseitigen Beziehungen zwischen Berlin und Warschau nicht belastet sehe: «Die deutsch-polnischen Beziehungen sind viel zu stark, um durch so etwas ernsthaft in Gefahr gebracht zu werden», sagte Prawda.
Er verwies darauf, dass viele Deutsche, die ihre Heimat verlassen mussten, gute Kontakte zu Polen pflegten. «Wir haben es immer wieder mit Versuchen der Relativierung und der Instrumentalisierung der Kriegsgeschichte zu tun gehabt. Aber die Partnerschaft zwischen Deutschland und Polen ist so weit gediehen, dass sie dadurch nicht mehr gefährdet werden kann.» (miw/AFP)
Erstellt: 10.09.2010, 07:04 Uhr
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