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Pussy Riot für EU-Menschenrechtspreis nominiert

Aktualisiert am 09.10.2012 27 Kommentare

Es ist ein Trost für die inhaftierten Musikerinnen und ein Schlag ins Gesicht des Kremls: Die russische Punkband Pussy Riot wurde vom EU-Parlament für den Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit nominiert.

Zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt: Die drei inhaftierten Pussy-Riot-Mitglieder vor einer Anhörung in Moskau. (1. Oktober 2012)

Zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt: Die drei inhaftierten Pussy-Riot-Mitglieder vor einer Anhörung in Moskau. (1. Oktober 2012)
Bild: Reuters

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Die russische Punkband Pussy Riot ist in der Endauswahl für den wichtigsten Menschenrechtspreis der Europäischen Union. Die drei Musikerinnen hätten mit ihrem Aufstand «ein autokratisches Regime und eine patriarchalische Staatsmacht blossgestellt», begründete das EU-Parlament die Nominierung für den Sacharow-Preis.

Die Protestaktionen und Verhaftung der drei jungen Frauen hätten «weltweite Aufmerksamkeit auf die skrupellose Beschränkung von Bürgerrechten und fehlende Rechtstaatlichkeit in Russland gelenkt» – mehr noch als Journalistenmorde und repressive Gesetze, teilte der auswärtige Ausschuss des EU-Parlaments am Dienstag mit.

Weitere Freiheitskämpfer nominiert

Weitere Nominierte für den Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit sind der weissrussische Freiheitskämpfer Ales Bialiatski sowie der iranische Filmemacher Dschafar Panahi und die inhaftierte iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh.

Die vom EU-Parlament verbreitete Begründung der Nominierung ist für den Kreml ein Schlag ins Gesicht. Die Pussy-Riot-Sängerinnen waren Mitte August wegen einer kritischen Aktion gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden.

Ihr Berufungsprozess soll an diesem Mittwoch beginnen. Sie wurden bereits im September auf Initiative der Grünen für den Preis vorgeschlagen, wogegen Moskau damals protestiert hatte.

Mit 50'000 Euro dotiert

Der Gewinner des Preises wird am 26. Oktober von einer Jury aus hochrangigen Parlamentsmitgliedern gekürt. Die mit 50'000 Euro dotierte Auszeichnung wird seit 1988 jährlich vom Europäischen Parlament verliehen. Sie ist nach dem sowjetischen Dissidenten und Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow benannt und würdigt Personen aus aller Welt, die sich mit Mut für Menschenrechte und Demokratie einsetzen.

Frühere Preisträger waren etwa der ehemalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela, Ex-UNO-Generalsekretär Kofi Annan sowie die burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi. Vergangenes Jahr ging der Menschenrechtspreis an fünf Aktivisten des Arabischen Frühlings für ihren Beitrag «zu historischen Änderungen in der arabischen Welt». (fko/sda)

Erstellt: 09.10.2012, 20:10 Uhr

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27 Kommentare

Frank Gerber

10.10.2012, 04:19 Uhr
Melden 159 Empfehlung 5

Dann hat aber auch der Macher des kürzlich bekannt gewordenen "Mohammed-Films" einen solchen Preis verdient. Antworten


Felix Stucki

10.10.2012, 01:32 Uhr
Melden 149 Empfehlung 4

"Die Grünen haben sie vorgeschlagen"! Wenn ich genau das gleiche den Gläubigen in einer CH- Sinagoge oder Mosche zuschreie, sind die Grünen die ersten, die mir eine Klage nach dem CH- Antirassimusartikel anhängen. Bei den Grünen ist halt gleich nicht immer gleich. Antworten



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