Ausland
Kauf für 55 Milliarden Dollar: Putin sichert sich den Öl-Megadeal
Aktualisiert am 22.10.2012 11 Kommentare
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Der russische Staatskonzern Rosneft steigt unter Mithilfe von Präsident Wladimir Putin zum weltgrössten Energiekonzern auf. Der britische Ölkonzern BP (BPAM 5.606 -0.02%) und vier russische Milliardäre verkaufen für 55 Milliarden Dollar die Ölfirma TNK-BP.
Rosneft erklärte am Montag, der Firma AAR der russischen Oligarchen knapp 28 Milliarden Dollar für deren Anteil von 50 Prozent an TNK-BP zu zahlen. Auch der Kaufpreis an BP habe in etwa dieses Volumen. BP teilte mit, 17,1 Milliarden Dollar in bar und knapp 20 Prozent der Rosneft-Aktien zu erhalten.
TNK-BP gehörte den Briten und vier russischen Milliardären bisher je zur Hälfte. Besitzt Rosneft alle TNK-BP-Anteile, fördert der Konzern mehr Öl und Gas als der derzeitige Weltmarktführer Exxon. Putin sagte, für Rosneft sei der Kauf «ein gutes Geschäft zu einem guten Preis».
Der russische Staatschef kommt damit einen grossen Schritt bei seinen Plänen voran, die staatliche Kontrolle über weite Teile der Industrie zurückzugewinnen. Viele Branchen waren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den 1990er Jahren hastig privatisiert worden.
Viel Streit um TNK-BP
BP fördert damit künftig zwar weniger Öl in dem rohstoffreichen Land, könnte sich aber bei künftigen Projekten auf engere Verbindungen zu Putin und dem Rosneft-Chef Igor Setschin stützen. Putin selbst hatte sich im September mit den Spitzen von BP und Rosneft zu Gesprächen über den TNK-BP-Verkauf getroffen.
BP kann zudem nun die von heftigen Streitereien geprägte Allianz mit den Oligarchen zu den Akten legen. Dabei ging es um lukrative Förderquellen in der Arktis, wo Experten ein Fünftel der weltweit noch unentdeckten Ölvorkommen vermuten.
BP wollte bei der Erschliessung von Feldern in der Region mit Rosneft zusammenarbeiten. Das Oligarchen-Konsortium AAR aber bestand darauf, dass nicht BP selbst, sondern TNK-BP dort mit Rosneft Öl fördert. Auch die Vorliebe der russischen Regierung, grössere Ölfelder an staatseigene Betriebe zu vergeben, schränkte den Aktionsradius von TNK-BP deutlich ein.
Finanziell hat sich die TNK-BP-Investition für BP aber wohl gelohnt: Das Unternehmen war 2003 gegründet worden, BP hatte der Anteil damals sieben Milliarden Dollar gekostet.
Lukratives Geschäft
Rosnefts Aufstieg begann Mitte des vergangenen Jahrzehnts, als der Konzern den Grossteil des Ölkonzerns Yukos von Putin-Kritiker Michail Chodorkowski übernahm. Dieser wurde in spektakulären Prozessen wegen Unterschlagung, Geldwäsche und Steuerhinterziehung zu langjähriger Haft verurteilt.
Yukos musste in die Insolvenz und wurde zerschlagen. Chodorkowski gehörte zu einer kleinen Gruppe russischer Unternehmer, die in den Zeiten der Privatisierung durch den günstigen Erwerb von Staatsbetrieben reich wurden.
Er hat das Vorgehen gegen ihn stets als politisch motiviert bezeichnet und vermutet das Präsidialamt im Kreml als Drahtzieher dahinter. Dort war der heutige Rosneft-Chef Setschin damals unter Putin Vizestabschef.
(mrs/sda)
Erstellt: 22.10.2012, 13:38 Uhr
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11 Kommentare
Bedenklich, was da abgeht. Warum legt die Britische Regierung oder die EU hier nicht ihr Veto ein? Nicht auszudenken, was wohl passieren wird, wenn die Russen dem Rest Europas dereinst - wie schon mit der Ukraine geschehen - im Winter einfach wiederholt den Oel- und Erdgashahn wegen angeblich nicht bezahlter Rechnungen zudreht! Antworten
Putin macht dass gut, die NGO`s (USA-EU) versuchen auch hier zu stören, der Energiesektor ist Russlands Exportschlager und dies ist gut so. Die Russen sollten jetzt weiter expandieren und alle Öl Produzenten auf der Welt kaufen oder sich zumindestens sich beteiligen. Ich würde mich freuen wenn es in der CH Lukoil Tankstellen geben würde. Auch bei diesem Deal wird die CH sicher mitverdienen! Antworten
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