Sarrazin erhält prominente Rückendeckung

Aktualisiert am 06.09.2010

Thilo Sarrazin wird beim angestrebten Ausschlussverfahren aus der SPD vom früheren Hamburger Bürgermeister und Parteikollegen Klaus von Dohnanyi in Schutz genommen.

Unter Beschuss: Thilo Sarrazin in der Talksendung «Beckmann».

Unter Beschuss: Thilo Sarrazin in der Talksendung «Beckmann».
Bild: Keystone

«Wenn die SPD ihn ausschliessen will, stehe ich bereit, ihn vor der Schiedskommission zu verteidigen», schrieb der Jurist Dohnanyi über Sarrazin in einem Beitrag für die «Süddeutsche Zeitung» (Montagsausgabe). «Einen fairen Prozess wird es ja wohl noch geben.»

Dohnanyi nahm Sarrazin vor dem Vorwurf in Schutz, ein Rassist zu sein. «Niemand mit Sachkenntnis» könne heute noch bestreiten, dass es «besondere kulturelle Eigenschaften von Volksgruppen» gebe. Sarrazin habe nicht die Muslime insgesamt angegriffen, sondern nur jenen Teil von Zuwanderern, der sich weigere, seine «Kinder zum Deutschlernen, zu Bildungsgwillen und offener Integrationsbereitschaft zu erziehen».

Vor dem Hintergrund des Holocausts scheuten die Deutschen Debatten und Worte, die bei anderen Völkern «gang und gäbe» seien, schrieb Dohnanyi. Nach seiner Auffassung würde Sarrazin wegen seines Buches «Deutschland schafft sich ab» zur Integrationspolitik «aus keiner anderen europäischen Linkspartei ausgeschlossen». (jak/AFP)

Erstellt: 06.09.2010, 07:34 Uhr

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