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Schüler lernen Twittern statt Geschichte

Britische Schulkinder sollen in Zukunft den Umgang mit Twitter und Wikipedia lernen – dafür wird das Fachwissen über den Zweiten Weltkrieg aus dem Curriculum gekippt.

Mehr Computer-Wissen: Britische Primarschüler sollen den Umgang mit dem Internet lernen. Hier nehmen Schülerinnen 2008 in London an einer Schulung zu Sicherheit im Internet teil.

Mehr Computer-Wissen: Britische Primarschüler sollen den Umgang mit dem Internet lernen. Hier nehmen Schülerinnen 2008 in London an einer Schulung zu Sicherheit im Internet teil. (Bild: Keystone)

Die Primarschüler in England sollen sich in Zukunft nicht mehr zwingend mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Viktorianischen Zeitalter befassen. Dafür sollen die Lehrkräfte den Unterricht freier gestalten – die Online-Enzyklopädie Wikipedia, der Kurznachrichtendienst Twitter und der Umgang mit Podcasts aber werden Pflichtstoff. Das schreibt heute der «Guardian» und beruft sich auf die noch unveröffentlichten Pläne des obersten Schulreformers Jim Rose. Er hat von der Regierung den Auftrag erhalten, die britischen Primarschulen zu modernisieren.

«Der grösste Umbruch in mehr als einem Jahrzehnt»

Die Reform von Rose sei «der grösste Umbruch im britischen Schulwesen in mehr als einem Jahrzehnt», so die Zeitung. «Hunderte» Vorgaben über Pflichtwissen in Naturwissenschaften, Geografie und Geschichte würden fallen gelassen – zu Gunsten von mehr Freiheit für die Lehrer in der Gestaltung des Unterrichts. Zwingend würden jedoch multimediale Fähigkeiten, der Umgang mit dem Internet sowie Umweltschutz und Gesundheit.

Der Bildungsverantwortliche der nationalen Lehrervereinigung zeigte sich gegenüber der Zeitung skeptisch gegenüber den Plänen: «Traditionelle Bücher und geschriebene Texte werden im Vergleich zu web-basiertem Lernen abgewertet», wird John Bangs zitiert. Mary Bousted von der Lehrergewerkschaft hingegen freut sich über die grössere Freiheit: «Kinder muss man für Bildung begeistern, damit sie lernen wollen.» (oku)

Erstellt: 25.03.2009, 09:28 Uhr

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10 Kommentare

Florian Borner

26.03.2009, 01:59 Uhr
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An Herrn Stutz, ich bin einer dieser Jugendlichen. Ich will dazu nur Sokrates zitieren: "Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesel(...)" Antworten


Severin Büeler

25.03.2009, 14:49 Uhr
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Sehr clever! Der interessanteste Bereich der Geschichte, der sowieso in grossen Teilen unter den Teppich gekehrt wird, wird nun ganz gestrichen? Naja wenigstens kann man noch auf den "fehlerfreien" Seiten von Wikipedia alles nachlesen. Antworten


Beat Keller

25.03.2009, 12:43 Uhr
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Es wird also in Zukunft eine Gereration von Briten geben, die nicht mehr wissen, dass ihre Vorfahren einst für das Ueberleben der Demokratie in den Schützengräben verblutet sind. Danke vielmals. Nimmt mich nur wunder, wieviel an Gehinrnmassenverlust es braucht, um solche Lehrpläne auszudenken. Antworten


Martin Lienert

25.03.2009, 11:59 Uhr
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Sehr gut! Die englsiche Geschichtsschreibung presentiert die Briten immer als Helden und gute Menschen! Es wird immer vergessen das die USA zwei Weltkriege gewonnen haben! Antworten


Ursula Jungo Furfaro

25.03.2009, 10:52 Uhr
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Super gut!Ich fand die Sachen,die mein Sohn sich in die Hefte schreiben musste,schon lange viel schlechter,als es in Wikipedia usw.dargestellt wird.Repetiert habe ich immer mit meinen Kindern mit Wikipedia usw.,dafür können sie sich viel Zeit sparen für das andere,das sie auch noch schreiben und lernen müssen! Aber ich nehme an,es gibt zu viele antike Eltern,die das nicht gut finden leider leider! Antworten


Markus Stutz

25.03.2009, 10:45 Uhr
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An Herrn Greney: Lauschen Sie mal den Unterhaltungen der 15-20 Jährigen im Bus etc., die Menschen von welchen Sie sprechen sind schon lange herangezüchtet. ÖV-Fahren nur noch mit MP3 Player möglich damit die niveaulausen, primitiven und belanglosten Konversationen ausgeblendet werden können. Antworten


Bruno Waldvogel

25.03.2009, 10:25 Uhr
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Es gibt noch andere Hintergründe. Schon länger gibt es hinter den Kulissen eine Debatte, ob der Holocaust der Juden noch thematisiert werden solle/dürfe. Grund: Widerstand der Muslime. Der Irrsinn der Political Correctness in Grossbritannien führt zu einer tiefen Spaltung innerhalb der englischen Gesellschaft. Mit Auslassung des 2. Weltkrieges bricht ein weiteres Stück britische Identiät weg. Antworten


A Meyer

25.03.2009, 09:46 Uhr
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Noch ein Schritt zur vollständigen Umsetzung von "1984" (von George Orwell). Weil das Vereinigte Königreich keine geschriebene Verfassung und damit keine verbrieften Bürgerrechte hat, fällt dort dieser Vorgang besonders leicht. Antworten


willy hofstetter

25.03.2009, 09:40 Uhr
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Nur weiter so.. Mann gestalte die Lernpläne der jungen Generation so, dass Sie alles Wissen aus dem Internet/TV bekommen.Gesteuert von ein paar Mächtigen Männner im Hintergrund der die Systematische Volks-verdummung sehr gelegen kommt und so verhindert,dass unbeqeme Fragen gestellt werden.. wacht auf Leute,wacht auf.. !! Antworten


Eric Greney

25.03.2009, 09:28 Uhr
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Die verblödung fängt jetzt schon in der Schule an. Das hat System! es scheint als wolle man eine Schicht von beschränkten, denkunfähigen, unterwürfigen Menschen heranzüchten. Antworten



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