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Scotland Yard soll vertrauliche Telefonnummern verkauft haben

Aktualisiert am 24.07.2011 2 Kommentare

Scotland Yard gerät im britischen Abhörskandal immer mehr ins Zwielicht. Derweil steht eine weitere renommierte Zeitung im Verdacht, Telefone abgehört zu haben.

Opfer des Abhörskandals: Der stellvertretende Londoner Polizeichef John Yates gab bereits am 18. Juli seinen Rücktritt bekannt.

Opfer des Abhörskandals: Der stellvertretende Londoner Polizeichef John Yates gab bereits am 18. Juli seinen Rücktritt bekannt.
Bild: Keystone

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In der Abhöraffäre um die inzwischen eingestellte britische Boulevardzeitung «News of the World» des Medientycoons Rupert Murdoch sind neue Vorwürfe gegen die Polizei laut geworden. Überlebende der Terroranschläge in London vom 7. Juli 2005 werfen Scotland Yard vor, ihre Kontaktdaten an die Boulevardzeitung weitergegeben zu haben.

Dies berichtete die Sonntagszeitung «The Observer». Die Präsidentin einer Opfervereinigung, Beverli Rhodes, sagte der Zeitung, die vertrauliche Liste mit Adressen und Telefonnummern der Überlebenden sei entweder an die «News of the World» oder an die Zeitungsgruppe News International weitergereicht oder verkauft worden, zu der das Boulevardblatt gehörte.

«Scotland Yard hatte die vollständige Liste mit den Kontaktdaten der Überlebenden», sagte Rhodes. «Ich bin ziemlich sicher, dass die 'News of the World' auf diese Weise meine Adresse bekommen hat.»

Verfolgung durch Reporter

Demnach tauchten Reporter der Zeitung nur drei oder vier Wochen nach ihrem Umzug bei ihr auf. «Nur die Post, die Bank, der Arzt und Scotland Yard hatten meine neue Adresse.» Anwälte sollten den Vorwürfen gegen Scotland Yard nun auf den Grund gehen, sagte Rhodes.

Vier Selbstmordattentäter hatten sich im Juli 2005 in drei Londoner U-Bahn-Zügen und einem Bus in die Luft gesprengt und dabei 52 Menschen getötet und rund 700 verletzt.

Die «News of the World» war vor kurzem eingestellt worden, als herauskam, dass Journalisten der Zeitung nicht nur Prominente abgehört und Polizisten bestochen, sondern auch Handy-Mailboxen der Angehörigen von getöteten Soldaten sowie eines entführten Mädchens, Milly Dowler, gehackt hatten. Die Zeitung soll auch die Mailboxen von Überlebenden oder Angehörigen der Opfer der Londoner Anschläge geknackt haben.

Im Fall der 2002 verschwundenen und später ermordet aufgefundenen Milly Dowler berichtete der Sender BBC am Sonntag, damals sei ein mit den Ermittlungen betrauter Polizist wegen der Weitergabe vertraulicher Informationen von dem Fall abgezogen worden.

An «befreundeten Polizisten» weitergegeben

Die Polizei von Surrey südwestlich von London räumte demnach ein, dass der Beamte regelwidrig Informationen an einen «befreundeten Polizisten im Ruhestand» gegeben habe. Demnach gibt es aber keine Beweise dafür, dass er Informationen an die «News of the World» weiterreichte.

Scotland Yard ist in dem Abhörskandal bereits scharf kritisiert worden, unter anderem, weil die Polizeibehörde erste Ermittlungen gegen «News of the World» im Jahr 2005 nicht sorgfältig genug ausführte und 2009 trotz neuer Vorwürfe keine neuen Ermittlungen in dem Abhörskandal aufnahm.

Auch musste Scotland Yard enge Verbindungen zur «News of the World» einräumen. Wegen der Vorwürfe traten bereits Scotland-Yard- Chef Paul Stephenson und ein weiterer hochrangiger Beamter der Behörde, John Yates, zurück.

Vorwürfe auch an «Mirror»

Unterdessen wird auch die Zeitung «Mirror» - nicht zum Murdoch- Konzern gehörend - abermals mit Vorwürfen konfrontiert, Telefone abgehört zu haben. Ein ehemaliger Mitarbeiter, James Hipwell, sagte dem «Independent» am Samstag, die Abhöraktionen seien bei seinen früheren Kollegen gängige Praxis gewesen.

Hipwell, der im Jahr 2000 beim «Mirror» entlassen wurde, hatte die Vorwürfe bereits einmal vor fast zehn Jahren erhoben. Wegen seiner Entlassung und einer späteren Verurteilung wegen Marktmanipulation hatten viele aber an seiner Glaubwürdigkeit gezweifelt.

Nach Angaben der «New York Times» bestätigten auch fünf Redaktoren der Zeitung «The People», die aus dem selben Verlagshauses kommt wie der «Mirror», jahrelange Abhöraktionen in ihrem Blatt. (mrs/sda)

Erstellt: 24.07.2011, 17:14 Uhr

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2 Kommentare

Paul Giger

25.07.2011, 21:49 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Es ist bedenklich was sich im Moment in England abspielt, alles was Geld gibt wird vermittelt und verkauft. Ist es denn noch ein Wunder, dass England wirtschaftlich wie auch politisch immer mehr Ansehen verliert und kaum jemand von diesem Land spricht. Auch finanziell darf man kaum auf Besserung hoffen. Wo sind die ehrlichen und weitsichtigen Engländer geblieben? Antworten


Felix Meier

27.07.2011, 08:58 Uhr
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Welchen Meldungen kann man noch Glauben schenken? Wollen wir wirklich so hinters Licht gefuehrt werden? Die Privatsphaere wurde da mit Fuessen getreten . Wer kann uns versichern , dass es wirklich nicht mehr vorkommt ? Antworten



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