Serbische Kriegsverbrecherin Plavsic wieder frei
Aktualisiert am 27.10.2009 5 Kommentare
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Die Präsidentin der bosnischen Serben, Biljana Plavsic, ist frühzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden. Mit einem Sonderflug der Regierung der bosnischen Serbenrepublik traf sie in Belgrad ein. Plavsic war 2003 vom Den Haager Tribunal für das ehemalige Jugoslawien als eine der Verantwortlichen für die Ermordung mehrerer tausend Bosnier und für Massenvertreibungen im Balkan-Krieg verurteilt worden.
Schwedens Regierung erliess der 79-Jährigen «wegen guter Führung» und der landesüblichen Praxis das letzte Drittel der elfjährigen Haftstrafe.
Plavsic, die die serbische Staatsangehörigkeit besitzt, verliess den Belgrader Flughafen unbemerkt von der Öffentlichkeit über einen Seitenausgang. Sie will nun in ihrem Haus in Belgrad wohnen. Die serbische Polizei hatte angekündigt, ihr Personenschutz bereitzustellen.
Befürworterin ethnischer Säuberungen
Die Biologieprofessorin hatte sich im Bürgerkrieg (1992-1995) als extreme Nationalistin einen umstrittenen Namen gemacht. Als Stellvertreterin des ebenfalls vom UNO-Tribunal in Den Haag angeklagten bosnischen Serbenführers Radovan Karadzic vertrat sie besonders nationalistische und rassistische Positionen.
«Ethnische Säuberungen» seien zur Schaffung eines Gross-Serbiens legitim, die muslimische Bevölkerung sei «genetisch deformiertes Material», liess sie etwa verlauten. Mit den berüchtigtsten serbischen Paramilitärs liess sich Plavsic damals in inniger Umarmung ablichten.
Erste empörte Reaktionen
Die ersten Reaktionen der Belgrader Bevölkerung auf die Freilassung waren äusserst negativ. Sie stecke «mit beiden Armen tief im Blut» und solle in Bosnien «die Flüchtlinge und Invaliden besuchen, die für sie nur Kollateralschaden sind», hiess es in Leserbriefen. Es sei «ein Skandal, dass jemand, der für Völkermord und den Tod und das Leid Tausender verantwortlich ist, nach sechs Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird».
Der Völkermord-Prozess gegen Karadzic ist am Dienstag mit der Eröffnung der Anklage fortgesetzt worden. Karadzic boykottierte den Prozess wie schon bei der Eröffnung am Vortag.
Der 64-Jährige gilt ebenso wie Plavsic und der weiter flüchtige Ex-General Ratko Mladic unter anderem als verantwortlich für das Massaker in Srebrenica, bei dem im Sommer 1995 bis zu 8000 muslimische Männer und Jungen von serbischen Truppen ermordet wurden. Notiz an die Redaktion: Plavsic in Belgrad gelandet, ganze Meldung ausgebaut (spu/sda)
Erstellt: 27.10.2009, 19:42 Uhr
5 KOMMENTARE
@Karlo Koksovic, ja, ja mit Steinen werfen.... die Kroaten haben ihr Land ethnisch von den Serben gesäubert. Bis Heute ist es ihnen nicht, oder nur bedingt möglich zurück zu kehren. Von den Ustascha umzügen jedes Jahr gar nicht zu sprechen oder der leugnung von Jasenovac, um nur einige Dinge zu nennen.. aber eben andere zu belehren ist immer einfacher....
@ René Bodenmann Nur sieht das in Bosnien-Herzegowina leider anders aus. Regierende serbische Politiker, welche nicht verurteilt wurden und die serbische Teilrepublik in Bosnien-Herzegowina heute regieren, organisierten für Biljana Plavsic ein Regierungsflugzeug nach Beograd und empfingen sie herzlichst. Genau diese Politiker unterstützten und tun dies immer noch, die serbischen Gräueltaten!
Wozu das ganze Theater in den Haag, wenn eine schwerst kriminelle, eine zu geringe Strafe bekommt und erst noch vorzeitig entlassen wird. So kann man ruhig auf die Suche nach weiteren Kreigsverbrechern verzichten, weil offenbar das Aussmass der begangenen Verbrechen, das Vorstellungsvermögen der Richter übertrifft. Nicht nur in diesem Krieg auch jetzt hat Eropa und der Rest kläglich versagt!
Der grosse Verdienst der Europ. Staaten nach dem 2.Weltkrieg war die Verzeihung für die Untaten Nazi-Deutschlands und die ehrliche Entschuldigung des Nachfolge-Staates BRD. Nur dieses Verhalten hat uns den langen Frieden geschenkt. Frau Plavsic hat ihren schrecklichen Irrtum eingesehen, entschuldigte sich und stellte sich freiwillig, was grossen Mut bedeutete gegenüber der Feigheit der Männer.
Das ist eine Schande! Mehr kann man dazu nicht sagen!
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