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«Sex gegen Gefälligkeiten»: D'Addario erklärt das System Berlusconi

Aktualisiert am 12.08.2009 9 Kommentare

Das ehemalige Callgirl Patrizia D'Addario ist auf Interview-Tour in England. Und erzählt neue Dinge, die der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi nicht hören möchte.

Zum Medienstar geworden: Patrizia d'Addario.

Zum Medienstar geworden: Patrizia d'Addario.
Bild: Keystone

Seit ihrer Liebesnacht mit Silvio Berlusconi ist Patrizia D'Addario eine gefragte Person. Und sie gibt gerne Interviews, in denen sie immer neue Einzelheiten über ihre Begegnungen mit dem italienischen Ministerpräsidenten preisgibt. In den letzten Tagen gab die 42-jährige Süditalienerin ein paar Interviews in England.

D'Addario, die nach eigenen Angaben nicht mehr als Callgirl arbeitet, beschreibt in einem Interview mit der Zeitung «The Times» das System der Berlusconi-Partys. Es sei ein System gewesen, das bis in die höchsten Regierungskreise reichte. «Sex gegen Gefälligkeiten – das ist die Kultur der Regierung Berlusconi», sagt D'Addario. An den ausschweifenden Parties in der Villa Certosa auf Sardinien oder im Palazzo Grazioli in Rom sollen auch Mitglieder der italienischen Regierung anwesend gewesen sein. Sie berichtet auch von Scheichs aus Dubai sowie von Prominenten des europäischen Jet-Sets. D'Addario verrät allerdings keine Namen.

Geld, TV-Jobs und Politik-Posten

Die Frauen, die an den Berlusconi-Partys erschienen, seien immer entschädigt worden - mit Geldbeträgen von 10'000 Euro (rund 15'000 Franken), Schmuck oder Verträgen. «Das waren Verträge für TV-Jobs», präzisiert D'Addario. Den Frauen seien auch politische Ämter versprochen worden. Einige Frauen hätten auf der Liste von Berlusconis Partei für das Europaparlament kandidieren können.

Laut D'Addario, die im letzten Herbst mit Berlusconi verkehrte, waren auch andere Callgirls bei den Parties des Politikers anwesend. Diese Aussage ist ihr offenbar wichtig: «Ich bin die Einzige, die die Wahrheit sagt.» Als ob sie einer Vorgabe folgen müssten, erzählten alle diese Frauen bei Medieninterviews das Gleiche. Berlusconi sei nett und freundlich. «Aber keine dieser Frauen erwähnte, was sie mir bei Telefongesprächen sagten: ‹Berlusconi war so widerlich. Er fasste überall hin. Es war zum Kotzen›.»

Autobiografie praktisch fertig

D'Addario, die sich im «Times»-Interview für einen Moment in Rage redete, plant eine Autobiografie mit dem Titel «La mia vita» («Mein Leben»). Das Buch soll praktisch fertig sein. Und es wird bestimmt weitere Einzelheiten der Begegnungen zwischen D'Addario und Berlusconi enthalten. Noch ist nicht bekannt, ob der Politiker und Milliardär mit seinen Anwälten die Veröffentlichung des biografischen Werks verhindern will. (vin)

Erstellt: 12.08.2009, 08:28 Uhr

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9 Kommentare

Tom Berger

11.08.2009, 20:23 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Mich erstaunt nicht Berlusconi, mich erstaunt, dass die Italiener diesem peinlichen Opa immer noch ihre Stimme geben. Antworten


Fabio Valeri

12.08.2009, 16:02 Uhr
Melden 1 Empfehlung

@franz hauser Das ist nicht ernst gemeint von Ihnen, oder? Berlusconi hat alles noch verschlimmert. Täglich zahlen die Italiener Millionen für die Alitalia, die Prodi verkaufen wollte und das von der damaligen Opposition verhindert wurde. Berlusconi schadet Italien sowohl wirtschaftlich, weil er nicht liberal ist als auch staatspolitisch, weil er den Staat diskreditiert. Antworten



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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.