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Ségolène Royal will nicht mit Sozialistenchefin Martine Aubry zusammenarbeiten

Aktualisiert am 06.12.2008

Die französischen Sozialisten sind nach der umstrittenen Ernennung von Martine Aubry zur Parteichefin auch bei der Verabschiedung des Programms uneins aufgetreten.

Frankreichs Sozialisten haben den Parteifrieden noch lange nicht gefunden. Sie sind weiterhin zerstritten. Der so genannte Nationalrat, das «Parlament» der Sozialistischen Partei (PS), verabschiedete am Samstag das Programm für die kommenden drei Jahre zwar mit 146 Stimmen. Es gab jedoch 72 Enthaltungen vom Flügel um Aubrys Rivalin Ségolène Royal, der in aufgeheizter Atmosphäre eine sonst unübliche namentliche Abstimmung verlangte.

Auch bei der Wahl der 38 Nationalräte, die das neue Führungsteam der Partei bilden, enthielten sich die «Royalisten», die zuvor eine Beteiligung an dem Leitungsgremium abgelehnt hatten. Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Royal blieb der Sitzung gleich ganz fern.

Aubry greift Sarkozy an

Die frühere Arbeitsministerin Aubry versuchte in ihrer Rede mit Angriffen auf den konservativen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy die Gemüter zu beruhigen. Sarkozy habe keine «Vision» und kein «Projekt» für die Gesellschaft, er setze vielmehr «das «Recht des Stärkeren» durch, die «Herrschaft des Geldes» und den «Individualismus». An Royal gewandt, erneuerte Aubry ihr Angebot zur Zusammenarbeit auf Führungsebene.

Die neue Leitung setzt sich aus Anhängern Aubrys sowie des Pariser Bürgermeisters Bertrand Delanoë und des Parteilinken Benoît Hamon zusammen. Hamon, PS-Abgeordneter im Europaparlament, ist der künftige Parteisprecher. Der Delanoë nahe stehende Europaparlamentarier Harlem Désir übernimmt Koordinierungsaufgaben. Aubrys politischer Berater und enger Vertrauter François Lamy ist für den Bereich Kommunikation zuständig. (vin/sda)

Erstellt: 06.12.2008, 18:53 Uhr

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