Sind Muslime in Deutschland judenfeindlich?

Der Vorsitzende der deutschen Grünen, Cem Özdemir, hat erklärt, dass es in Grossstädten mit hohem muslimischem Bevölkerungsanteil akute antisemitische Tendenzen gebe.

Apell zur Erinnerung: Cem Özdemir.

Apell zur Erinnerung: Cem Özdemir. (Bild: Keystone)

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Özemir, der aus einer türkischen Gastarbeiterfamilie stammt, sagte gegenüber der deutschen Wochenzeitung «Zeit»: «Wer sich offen zu seinem Judentum bekennt, muss sich in einigen Stadtteilen Berlins nicht nur vor Rechtsradikalen in Schutz nehmen, sondern leider auch vor Menschen mit Migrationshintergrund.»

Özdemir forderte, solchen Probleme vor allem in der Schule entgegenzutreten. «Dafür braucht es überzeugte und überzeugende Pädagogen, auch gerade solche mit Migrationshintergrund», so der Politiker, «die Vertreter aus den Communitys, Imame, Verbands- und Vereinsvertreter sind ebenfalls aufgerufen, hier ihren Beitrag als Vorbilder zu leisten.»

Aufruf zur Verantwortung vor der Geschichte

Mit Blick auf das Verhältnis der Zuwanderer zur jüngeren deutschen Geschichte erklärte Özdemir, Migranten müssten ebenso wie alle anderen Bundesbürger die Verantwortung übernehmen, die sich aus dem Holocaust ergebe. «Die deutsche Geschichte zwingt uns dazu – und zwar alle, die hier leben», sagte er gegenüber der Zeitung.

Özdemir forderte weiter, das Erinnern müsse in einer zunehmend multi-ethnischen Gesellschaft so gestaltet werden, «dass auch die Menschen mit Migrationshintergrund miteinbezogen werden».

(raa)

Erstellt: 20.01.2010, 13:14 Uhr

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