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So gefährlich wird der Medienskandal für David Cameron
Von Matthias Chapman. Aktualisiert am 11.07.2011 3 Kommentare
BSkyB-Aktie stürzt ab
Für Rubert Murdoch steht in dem Skandal einiges auf dem Spiel. Er braucht von der britischen Regierung die Genehmigung für die vollständige Übernahme des Senders BSkyB, die zwölf Milliarden Pfund wert ist. Bislang gehören ihm 39 Prozent. Die Regierung hatte bereits in der vergangenen Woche angedeutet, dass eine Entscheidung dazu vertagt werde. Die Aktien des Senders stürzten im späten Vormittagshandel um 5,5 Prozent auf 709 Pence ab. Vor einer Woche wurden sie noch mit 850 Pence gehandelt.
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Nach seinem Wahlsieg im Jahr 1997 holte sich Tony Blair mit Alastair Campbell einen ausgekochten Medienprofi in sein Team. Als Chefredaktor des Boulevardblattes «Daily Mirror» wusste Campbell ganz genau, wie die Medienwelt funktioniert. Und das ist es, was die Regierungen – nicht nur in Grossbritannien – brauchen, um ihre Politik ans Volk zu bringen. Dass mit Campbell ein Boulevard-Journalist geholt wurde, geschah zudem nicht zufällig. Er war einer, der die Sprache des gemeinen Volkes spricht.
Campbell wurde in der Regierung Blair so wichtig, dass man ihm später nachsagte, er sei einer der «Architekten von New Labour». Er fädelte Deals ein, lancierte Kampagnen – die klassische Rolle des Spindoktor – und besorgte so nebenbei die ganz normale Arbeit eines Premier-Sprechers. Bisweilen erhielt er auch den Namen eines heimlichen Vize-Premiers.
Warum holte Cameron einen angeschlagenen Journalisten?
Nun amtet mit David Cameron erneut ein britischer Premierminister an der Downing Street 10, der sich mit Andy Coulson einen ehemaligen Chefredaktor eines Boulevardblattes als Kommunikationschef ins Team holte. Allerdings hat es sich dann mit Parallelen. Amtete Campbell äusserst erfolgreich für seinen Chef Tony Blair, droht Coulson für David Cameron so richtig gefährlich zu werden.
Der Fall des früheren Chefredaktors der nun abgeschossenen Zeitung «News of the World» bringt die Briten in Rage. Und weil Coulson ein Freund Camerons ist, muss auch der Premier einstecken. Fragt sich bloss, warum ein Premierminister einen Mann einstellt, der bereits wegen fragwürdiger Methoden als Journalist in Ungnade gefallen war. «Ich wollte ihm nochmals eine Chance geben», hatte sich Cameron einmal gerechtfertigt. Offenbar sah auch Cameron seine Stimme am besten von einem Boulevard-Journalisten vertreten. Von einem, der weiss, was das Volk hören will. Der Premier hätte sich aber spätestens jetzt von Coulson distanzieren können, tat dies aber zur Enttäuschung der Briten nicht.
Der Premier war gewarnt
Dass die Sache schiefgehen könnte, hätte Cameron wissen müssen. Von verschiedener Seite war er davor gewarnt worden, Coulson einzustellen. Am Wochenende hatte die Zeitung «Guardian» eine Meldung veröffentlicht, wonach düstere Machenschaften in der Vergangenheit des Journalisten zur Gefahr werden könnten. Er schlug sie in den Wind.
Gefährlich wird es nun womöglich bereits am kommenden Mittwoch. Dann nämlich soll das Unterhaus darüber abstimmen, ob die Regierung eine Entscheidung über den BSkyB-Deal verschieben muss. Medienmogul Rubert Murdoch will die TV-Kette ganz übernehmen, braucht dazu aber den Segen der Regierung.
Berechnender Oppositionschef
Gefordert wird diese Abstimmung von Oppositionsführer Ed Milliband. Und er tut dies mit Kalkül. Weil er weiss, dass Camerons Koalitionspartner, die Liberaldemokraten, in der Sache nicht mit den Torys einig sind, provoziert er so eine Abstimmungsschlappe für Cameron. Nick Cleggs Partei kämpft schon seit längerem gegen Murdochs geballte Medienmacht.
Es wäre eine Regierungskrise. Von welchem Ausmass, lässt sich noch nicht definitiv sagen. Camerons Partei wird versuchen, die Abstimmung zu verhindern, indem sie Murdoch zu einem freiwilligen Rückzug der Übernahmepläne überredet. Fragt sich noch, ob der Medienskandal das Potenzial hat, Cameron zu stürzen. Davon spricht noch niemand. Sollte in der Affäre um illegale Telefonabhörung allerdings noch eine Sensation auftauchen, könnte es auch für den Premierminister eng werden. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.07.2011, 15:46 Uhr
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3 Kommentare
Wir Schweizer haben hier nichts zu lachen. Wir hatten den gleichen Skandal anf.2002 mit der Borer Affaere. Als der Sonntags-Blick eine Sexgeschichte lancierte, die nie stattfand. Botschafter Deiss, liess Borer fallen und entliess ihn. So wird bei uns in der Schweiz aufgeraeumt. Deiss ist heute bei der UNO und als Bundesrat konnte er ungeniert weiterwursteln.
Und Blick war wieder einmal dabei.
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Abgeschossene Medien, abgeschossene Regierungen, abgeschossene Minister: ist doch eh egal- global und die Weisheit uralt, dass jedes Land, jedes Volk, jede Nation, jede Gesellschaft (auch unsere "degenerierte", Zitat aus St. Moritz) die Spitzen, die "Führer", die Regierungen, die Presse und die Medien hat/haben, die sie "verdienen". Merke (neu): "shit sells", (neu): "sic transit gloria mundi". Antworten
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