Ausland

So will Frankreich Ausländer zu Franzosen machen

Mit Staatsflaggen auf den Schulen und Menschenrechtserklärungen in jedem Klassenzimmer will Frankreich das Nationalgefühl der jungen Generation stärken.

Mit Flaggen soll ein Nationalgefühl geschaffen werden: Nicolas Sarkozy vor den Medien.

Mit Flaggen soll ein Nationalgefühl geschaffen werden: Nicolas Sarkozy vor den Medien. (Bild: Keystone)

Am Montag präsentierte die Regierung in Paris Vorschläge zur Stärkung des Zusammenhalts. Zu ihnen gehören neben den Projekten für die Jugend auch Massnahmen zum Umgang mit Ausländern, die die französische Staatsbürgerschaft wollen. Migranten soll besser beigebracht werden, die Werte der Republik wie Geschlechtergleichheit zu respektieren.

Auch den Sprachunterricht will die Regierung intensivieren. Ziel sei es, die nationale Einheit und den Stolz, Franzose zu sein, zu stärken, betonte Premierminister François Fillon.

Heftige Diskussionen

Die vom Ministerium für Einwanderung und Nationale Identität geleitete Debatte sorgt seit Wochen für heftige Diskussionen in Frankreich. Die Opposition lehnt sie als Ablenkungsmanöver vor der Regionalwahl im Frühjahr ab.

Die Diskussion dreht sich bislang vor allem um den Islam und hat der rechtsradikalen Nationalen Front unverhofft eine Bühne verschafft. Auch viele Franzosen lehnen die Diskussion mittlerweile ab.

Mit der Vertiefung der Debatte soll in den kommenden Monaten dennoch eine Kommission bestehend aus besonderen Persönlichkeiten beauftragt werden. Ihr werden unter anderen Abgeordnete, Intellektuelle und Historiker angehören. Präsident Nicolas Sarkozy wird sich nach Regierungsangaben im April zum Thema äussern. (tan/sda/)

Erstellt: 08.02.2010, 21:25 Uhr

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