Soviel CO2 in der Atmosphäre wie noch nie
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Die Messungen für Kohlendioxid, Methan und Salpetergas stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent und übertrafen alle bis auf 1750 zurückreichenden Werte. Dies teilte die UNO-Organisation für Meteorologie (WMO) am Montag in Genf mit. Die Werte stammen von rund 200 Wetterstationen auf der ganzen Welt. «Wir sind mit dem pessimistischsten Szenario konfrontiert, das der UNO-Klimarat heraufbeschworen hat», sagte WMO- Generalsekretär Michel Jarraud am Montag in Genf.
«Diese Beobachtungen verstärken die Notwendigkeit, so rasch wie möglich Massnahmen zu ergreifen um gegen den Treibhauseffekt anzukämpfen.» Je länger die Gesellschaft warte, desto verheerender würden die Auswirkungen und desto höher werden die Kosten für die Anpassungen an die Folgen des Klimawandels ausfallen, sagte er.
Fünf Grad wärmer 2050?
Die Konzentration an Kohlendioxid (CO2) lag gemäss der UNO- Organisation im vergangenen Jahr bei 385,2 ppm (parts per million - Anzahl Gasmoleküle pro Million Trockenluftmoleküle). Dies sind 2,0 ppm mehr als 2007. In den 90er Jahren lag die Zunahme noch bei durchschnittlich 1,5 ppm pro Jahr.
CO2 gilt als Hauptversursacher für die Klimaerwärmung: Es trug seit 1750 zu mehr als zwei Dritteln zum Treibhauseffekt bei. Vor 1750 - und damit auch vor Beginn der Industrialisierung - hatten sich die Werte nur leicht verändert und lagen bei durchschnittlich 280 ppm.
Eine Verdoppelung der Treibhausgaskonzentration bis 2050 wird nach Berechnungen des UNO-Klimarats zu einer Klimaerwärmung von ungefähr fünf Grad Celsius führen. Angesichts dieser Voraussage sagte Jarraud: «Es wäre bereits ein gutes Resultat, wenn wir unterhalb der 400 ppm bleiben könnten.»
Seit 1750 stieg die CO2-Konzentration in der Atmosphäre um 38 Prozent. Ursachen sind gemäss WMO vor allem die Abgase von fossilen Brennstoffen, die Abholzung und die neue Bodennutzung.
Methan: Weniger aber wirksamer
Die Konzentration von Methan (CH4) ist zu 18 Prozent verantwortlich am Treibhauseffekt. Sie stieg im vergangenen Jahr um 7 ppb (parts per billion - Anzahl Gasmoleküle pro Milliarde Trockenluftmoleküle) und liegt nun bei 1797 ppb.
Vor der Industrialisierung lagen die Werte bei ungefähr 700 ppb. Der Anstieg liegt somit 157 Prozent über den Messungen des vorindustriellen Zeitalters. Methan kommt zwar in kleineren Mengen in der Atmosphäre vor als CO2, wirkt sich aber 21-mal stärker auf den Treibhauseffekt aus.
Knapp zwei Drittel des Methangas-Ausstosses verursachen Lebewesen: Der Mensch durch die Nutzung von fossilen Brennstoffen oder die Verbrennung von Abfällen und Biomasse, Wiederkäuer durch den Aussstoss von Verdauungsgasen oder die Reispflanze, die besonders viel Methan absondert.
Beim Salpetergas betraf die Zunahme 0,9 ppb im Vergleich zu 2007, beziehungsweise ein Anstieg um 19 Prozent im Vergleich zu den Werten vor 1750. Ebenfalls rasche Anstiege beobachtete die WMO beim Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW) und Schwefel-Hexafluorid (SF6). Letzteres gilt zu 8,9 Prozent als Ursache für den Treibhauseffekt. (cpm/sda)
Erstellt: 23.11.2009, 18:21 Uhr
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