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Teures Sportfest mitten im Spar-Festival

Aktualisiert am 27.06.2011 6 Kommentare

Griechenland steht kurz vor der Pleite. Trotzdem gibt das Land Millionen für die Ausrichtung der Olympischen Spiele geistig Behinderter aus. Derweil werden die Ausgaben für die tägliche Krankenversorgung gekürzt.

1/4 Festlicher Moment: Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele für Behinderte am 25. Juni.
Bild: AFP

   

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Cirka 7500 Sportler, 3000 Journalisten und 40'000 Angehörige sind für die 13. Special Olympics in Athen angereist. Die Kosten für die Veranstaltung belaufen sich auf rund 70 Millionen Euro. 70 Millionen Euro, die das bankrotte Griechenland fast alleine tragen muss. Nun macht sich – wenige Tage nach dem Startpfiff der Veranstaltung – Unmut breit.

Wie der Nationalverband der Behinderten Griechenland gegenüber «Spiegel online» sagt, hat der Staat die Ausgaben für private Betreuungseinrichtungen in nur zwei Jahren auf aktuell 14,8 Millionen Euro gekürzt. Bislang seien davon aber erst 500'000 Euro ausbezahlt worden. Der Generalsekretär der Organisation, Aris Pananos, bezeichnet die Special Olympics als «eine völlig unangemessene und unzeitgemässe Fiesta.» Griechenland könne sich einen solchen Luxus nicht mehr leisten.

Politiker wollen sich schmücken

Auch der Panhellenische Verband der Eltern von Behinderten zeigt sich empört. Der Anlass sei bloss eine grosse Party, mit der sich mancher Politiker schmücken wolle. Derweil werde in der ohnehin schon desolaten Behindertenbetreuung im Land immer weiter gespart. Ferien seien gestrichen, Betreuer gefeuert und Sonderschulen im Stich gelassen worden. «Und genau jetzt leistet sich Griechenland ein solches Spektakel, bei dem Gäste aus aller Welt auf Kosten der Steuerzahler bewirtet werden», sagt eine Sprecherin des Verbands.

Tatsächlich wurden die Special Olympics im Panathinaikon-Stadion am Samstag mit einem riesigen Tamtam und dem Soul-Sänger Stevie Wonder eröffnet. Laut «Spiegel online» sind die Ausgaben für den Sportanlass im Vergleich mit jenen der vorangegangenen Feste in Dublin und Shanghai beinahe doppelt so hoch.

Eine Chance für Griechenland

Gianna Despotopoulou, Präsidentin der Special Olympics in Griechenland, weist die Kritik an den üppig ausfallenden Spielen zurück. Das internationale Sportfest sei für das Land sowohl eine einzigartige Chance der positiven Selbstdarstellung als auch eine Investition, bei der Geld in den heimischen Markt zurückfliesse, sagt sie zu «Spiegel online». Zudem würde die Veranstaltung Tausende Arbeitsplätze schaffen.

(wid)

Erstellt: 27.06.2011, 15:21 Uhr

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6 Kommentare

Alex Hanselmann

27.06.2011, 17:34 Uhr
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Die Wirtschaftskrise wird Griechenland unabhängig von dieser Veranstaltung treffen und letzere war wohl seit Jahren geplant. Mit der Einmischung von Deutschen- und Schweizer Leitmedien in die Behindertenpolitik eines anderen Landes ist ein hiesiges Tabu gebrochen. Der Vorwurf, es sei kein Geld für kulturelle Anlässe für Behinderte da, verschärft den menschenverachtenden Sparkurs vor Ort zudem. Antworten


Beatrice Gutgsell

28.06.2011, 07:23 Uhr
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Es ist einfach unerhört, was sich hier abspielt. Man kann es kaum fassen, dass Griechenland es sich leistet, so viel Geld auszugeben für eine solche Veranstaltung, wo doch die eigenen Behinderten im Lande zu kurz kommen. Was braucht es den bloss noch, damit die Griechen endlich zur Einsicht kommen, dass sie nun ab sofort solche Anlässe nicht mehr möglich sind in diesem Land. Antworten



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