Ausland

Timoschenko tobt

Aktualisiert am 07.02.2010

Kaum sind die Wahllokale in der Ukraine geschlossen, rebelliert die Präsidentschafts-Kandidatin bereits: Sie werde den Entscheid hinterfragen.

Ihre Anhänger seien bei 1000 Wahllokalen nicht zugelassen worden: Julia Timoschenko am Sonntag.

Ihre Anhänger seien bei 1000 Wahllokalen nicht zugelassen worden: Julia Timoschenko am Sonntag.
Bild: Reuters

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Erste Resultate

In der Ukraine ist der pro-russische Oppositionsführer Viktor Janukowitsch bei der Stichwahl um das Präsidentenamt Prognosen zufolge knapp als Sieger hervorgegangen. Der 59-Jährige kam am Sonntag auf 49,8 Prozent der Stimmen.

Janukowitsch lag in drei verschiedenen Umfragen, für die Wähler beim Verlassen der Wahllokale befragt wurden, um drei bis fünf Prozent vor Ministerpräsidentin Julia Timoschenko.

Die zweite Runde der Präsidentenwahl in der Ukraine wird von Manipulationsvorwürfen überschattet. Noch während der Abstimmung am Sonntag teilte das Wahlkampfteam von Ministerpräsidentin Julia Timoschenko mit, es werde die Ergebnisse aus über 1000 Wahllokalen nicht anerkennen.

Dort seien Anhänger Timoschenkos aus den örtlichen Wahlkommissionen ausgeschlossen worden. Die Vorwürfe bezogen sich überwiegend auf Wahllokale in den Regionen Donetsk und Lugansk, die als Hochburgen von Oppositionskandidat Viktor Janukowitsch gelten.

Erste Ergebnisse am Abend erwartet

Von dem Streit betroffen sind rund drei Prozent aller Wahllokale landesweit. Sollte Timoschenko die Ergebnisse aus diesen Wahllokalen tatsächlich nicht anerkennen, könnte dies das Gesamtergebnis infrage stellen. Erste Prognosen zum Wahlergebnis sollte es am Sonntagabend geben.

Erwartet wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der proeuropäischen Ministerpräsidentin Timoschenko und dem vor allem im russischsprachigen Osten der Ukraine beliebten Oppositionsführer Janukowitsch. Beide nutzten noch die Stimmabgabe am Vormittag, um bei den 37 Millionen Wahlberechtigten für sich zu werben.

«Ich habe für eine neue Ukraine - eine schöne und europäische Ukraine - gestimmt», sagte Timoschenko in ihrem Wahlkreis in der Industriestadt Dnipropetrowsk. «Und dafür, dass die Menschen glücklich leben.» Janukowitsch sagte in seinem Wahlkreis in Kiew, die Wahl markiere «den ersten Schritt zur Überwindung der Krise». Auch er betonte, die Ukrainer hätten ein besseres Leben verdient. «Deshalb habe ich für positive Veränderungen, Stabilität und eine starke Ukraine gestimmt.»

Juschtschenko ruft zum Votum gegen beide Kandidaten auf

Der scheidende Präsident Viktor Juschtschenko sagte bei seiner Stimmabgabe, der Wahltag sei eine Chance zu zeigen, dass ein friedlicher Machtwechsel möglich sei. Zugleich übte er scharfe Kritik an seinen beiden Rivalen: «Ich glaube, dass sich die Menschen in der Ukraine für die Wahl schämen, die sie treffen müssen.» Juschtschenko war bereits im ersten Wahlgang ausgeschieden. Der einstige Held der Orangenen Revolution hat seine Anhänger aufgerufen, in der Stichwahl beide Kandidaten abzulehnen, was im ukrainischen Wahlsystem möglich ist.

Noch vor fünf Jahren hatte Juschtschenko gemeinsam mit Timoschenko gegen Janukowitsch gestritten. Letzterer war damals nach einer heftig umstrittenen Präsidentenwahl zum Sieger erklärt worden, nach Massenprotesten ordnete das Oberste Gericht eine Neuwahl an. Mittlerweile aber hat die Orangene Revolution ihre Anziehungskraft verloren: Timoschenko schaffte es in der ersten Runde Mitte Januar mit zehnprozentigem Abstand hinter Janukowitsch in die zweite Runde. Juschtschenko wurde mit einem Ergebnis von 5,7 Prozent abgestraft. (oku/ddp)

Erstellt: 07.02.2010, 19:45 Uhr

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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

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