Triumph für Grünen-Vordenker Daniel Cohn-Bendit

Aktualisiert am 07.06.2009

Der Frontmann der französischen Grünen erreichte für seine Liste Europa Ökologie deutlich über 15 Prozent. Besonders stark schnitt Cohn-Bendit in Paris ab.

Will sich gegen Kommissionspräsident Barroso einsetzen: Daniel Cohn-Bendit.

Will sich gegen Kommissionspräsident Barroso einsetzen: Daniel Cohn-Bendit. (Bild: Reuters)

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Der Frontmann der französischen Grünen erreichte für seine Liste Europa Ökologie deutlich über 15 Prozent. Im Grossraum Paris schob sich Cohn-Bendits Liste nach eine Hochrechnung von TNS-Sofres sogar vor die Sozialisten. Der Parteisprecher der PS, Benoit Hamon, scheiterte demnach mit seiner Wiederwahl.

Die Konservativen kommen den Prognosen von TNS-Sofres und Opinionway zufolge auf gut 28 Prozent und 28 Sitze, eine klare Bestätigung von Sarkozys Politik. Die UMP hatte ihren Wahlkampf ganz auf den Staatspräsidenten zugeschnitten. Seine Bilanz als EU-Ratspräsident wurde hervorgehoben. Der Staatschef selbst setzte wie schon bei seinem Präsidentschaftswahlkampf auf das Thema innere Sicherheit, hatte sich aber auch zu einer Stärkung der EU bekannt.

Für PS-Chefin Aubry könnte die Wahlschlappe schon des Ende ihrer noch jungen Amtszeit einläuten. Für ihre PS stimmten nur 16,8 bis 17,5 Prozent; das zweitschlechteste Ergebnis bei einer Europawahl. Der PS-Abgeordnete Pierre Moscovici forderte umgehend Konsequenzen. «Schauen wir der Wirklichkeit ins Gesicht, wir müssen uns verändern», sagte er. Um hinzuzufügen, er selbst werde sich «an keinem Putsch beteiligen».

Cohn-Bendit will Anti-Barroso-Allianz schmieden

Als strahlenden Sieger sieht sich Cohn-Bendit, der als einer der wenigen klar auf europäische Themen gesetzt hatte. «Ich triumphiere», sagte er. Seine Liste kann auf 14 Sitze hoffen, das wäre nur einer weniger als die Sozialisten. Obwohl Cohn-Bendit in den letzten Wochen von Sozialisten und Zentrumsmann Bayrou heftig angefeindet wurde, rief er beide Parteien zu einem Bündnis im EU-Parlament auf, um das konservative Lager um Kommissionspräsident José Manuel Barroso unter Druck zu setzen. «Ich glaube, wir können diese Mehrheit zustande bringen», sagte der scheidende Fraktionschef der Grünen in Strassburg.

Der rechtsextreme Front National von EU-Parlamentarier Jean-Marie Le Pen übersprang mit 6,3 bis 6,5 wieder die Fünf-Prozent-Hürde und kann weiter zwei Abgeordnete stellen. Die kleinen Parteien am linken Rand kommen auf insgesamt sechs Sitze. (oku/ap)

Erstellt: 07.06.2009, 22:56 Uhr

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