Ausland
Umstrittene Piusbruderschaft weiht Schweizer
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Der spanische Pius-Bischof Alfonso de Galaretta spendete die Weihe am Samstag nach vorkonziliarem, in lateinischer Sprache gefeierten Ritus einem Schweden, einem Polen und einem Schweizer.
An der dreistündigen Zeremonie im Garten des Priesterseminars Herz Jesu nahmen 1200 Menschen teil, darunter auch das Oberhaupt der Traditionalisten, Pius-Bischof Bernard Fellay. Die Piusbruderschaft räumte am Samstag zwar ein, dass die Priesterweihen kirchenrechtlich nicht zulässig sind. Von einem Weiheverbot des Papstes wollen die Traditionalisten aber nichts wissen. Benedikt XVI. habe in Gesprächen mit ihnen Verständnis für sie ausgedrückt. «Der Heilige Vater sieht, dass der Glaube verschwindet», erklärte Fellay.
Die katholische Kirche stehe vor dem Untergang: «Wenn die Kirche so weitermacht, geht sie bankrott, dann gibt es sie in zehn bis 15 Jahren in vielen Ländern nicht mehr», sagte der Pius-Bischof. «Weihen sind für uns so wichtig wie die Luft zum Atmen, wenn wir nicht mehr weihen dürften, wäre das der Todesstoss für uns, der Papst versteht das», sagte der deutsche Medienbeauftragte der Piusbruderschaft, Pater Andreas Steiner, in Zaitzkofen. Ein «entsetzlicher Notstand» rechtfertige die Weihen, sagte Steiner. Mitglieder- und Priesterschwund bedrohe die katholische Kirche. «Die Kirche blutet aus.» Deutschland sei zu einem «Missionsland» verkommen.
«Gewisse Borniertheit»
Benedikt XVI. hat die Exkommunikation von vier Piusbischöfen zurückgenommen, allerdings stellte der Vatikan klar, dass Priesterweihen der Piusbrüder nach wie vor illegitim seien. Solange die Bruderschaft keine kanonische Stellung in der Kirche habe, übten auch ihre Amtsträger keine rechtmässigen Ämter in der Kirche aus.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hatte die Weihen als «Affront gegen die Einheit der Kirche» bezeichnet. Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller, in dessen Diözese Zaitzkofen liegt, rügte das Festhalten der Piusbrüder an den Weihen als «Akt der Widerspenstigkeit und einer gewissen Borniertheit.»
Die Piusbrüder wollen die Weihen nicht als Akt der Rebellion oder Provokation verstanden wissen. Sie fühlen sich von den deutschen Bischöfen in die Enge gedrängt. «Wir bedauern die Emotionalisierung der öffentlichen Diskussion über die Priesterbruderschaft St. Pius X. und auch dieser Priesterweihen», sagte der Regens des Zaitzkofener Priesterseminars, Pater Stefan Frey, zu Beginn der Messe. «Wir bedauern die verbale Ausgrenzung, die wir in diesen Tagen massiv von seiten mehrerer deutscher Bischöfe erfahren,»
Morgen eine Weihe in der Schweiz
Die Piusbruderschaft betreibt seit 1978 ein Priesterseminar in Zaitzkofen. Die ersten Weihen wurden 1981 gespendet, nach Angaben der Gemeinschaft wurden dort inzwischen 107 Priester geweiht.
In den vergangenen Wochen hatte die Bruderschaft schon mehrfach den Vatikan und die Amtskirche in Deutschland provoziert. So wurde vor drei Wochen in Fulda eine Kapelle geweiht. Zudem wurden am vergangenen Wochenende in den USA 13 Priester geweiht, im Mai hatte Fellay in Frankreich eine Priester geweiht. Am (morgigen) Sonntag soll eine Priesterweihe in der Schweiz folgen.
In der Öffentlichkeit hat die Holocaust-Leugnung des Traditionalistenbischofs Richard Williamson für Empörung gesorgt. (sam/ap)
Erstellt: 27.06.2009, 17:34 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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