Ausland

Viel Harmonie, wenig Konkretes

Aktualisiert am 07.02.2012 7 Kommentare

Bei einem gemeinsamen Interview beschwörten Nicolas Sarkozy und Angela Merkel ein starkes Bündnis für Europa. Politische Gegner bezeichnen den Auftritt als «peinlich».

Äusserten sich heute im französischen und dem deutschen Fernsehen: Angela Merkel und Nicolas Sarkozy.

Äusserten sich heute im französischen und dem deutschen Fernsehen: Angela Merkel und Nicolas Sarkozy.
Bild: Keystone

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Es war eine Premiere für das Duo «Merkozy»: Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy haben am Montag erstmals zwei Fernsehsendern ein gemeinsames Interview gegeben.

Merkel und Sarkozy bekannten sich klar zu ihrer gemeinsamen Verantwortung als Garanten des Euro. Das «bedingungslose Bündnis» zwischen Berlin und Paris habe es ermöglicht, dass Europa und die Gemeinschaftswährung nicht in den Abgrund gestürzt seien, sagte Sarkozy nach einem deutsch-französischen Ministertreffen in Paris.

Im Gespräch mit Journalisten von ZDF und France 2 erläuterten sie vor allem die Notwendigkeit einer weiteren Annäherung der beiden Länder. Offen antworteten sie aber auch auf Fragen zu ihrer persönlichen Beziehung zueinander.

Zusammenarbeit aus «historischer Verantwortung»

«Es war uns nicht in die Wiege gelegt, dass wir uns gut verstehen, dass wir freundschaftlich zusammenarbeiten, dass wir uns aufeinander verlassen können», sagte die Kanzlerin. Man arbeite aus «persönlicher Zuneigung», aber vor allem aus «historischer Verantwortung» so gut zusammen.

Uneingeschränktes Lob gab es von der anderen Seite. «Ich bewundere Frau Merkel dafür, wie sie in der Krise regiert», sagte Sarkozy. «Ich fühle Freundschaft für sie.»

Mit Blick auf die europäische Schuldenkrise betonten Merkel und Sarkozy die Bedeutung der französischen Kooperation. «Es gibt nur Gewinner, wenn wir zusammenarbeiten», sagte der französische Staatschef in dem Interview.

Merkel verteidigt Wahlkampfhilfe

Merkel betonte: «Europa ist und war in der schwersten Krise. Deutschland und Frankreich haben es durch viele - manchmal auch kontroverse Diskussionen geschafft - zu den Wurzeln dieser Krise hervorzudringen.» Diese habe man nicht nur analysiert, sondern auch Lösungen gefunden.

Merkel verteidigte zudem erneut ihre Bereitschaft zu Wahlkampfhilfe für Sarkozy. Der französische Präsident gehöre der gleichen Parteienfamilie an wie sie selbst, sagte die CDU- Vorsitzende.

Als Initiator des Interviews galt Sarkozy. Im vergangenen November hatte er bereits mit US-Präsident Barack Obama einen ähnlichen Auftritt absolviert.

Gabriel: «Ich fand's eher peinlich»

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat den gemeinsamen Fernsehauftritt kritisiert. Es sei zu offensichtlich gewesen, dass weder Merkel noch Sarkozy Antworten auf die drängenden Fragen in Europa haben, schrieb der Parteivorsitzende auf seiner Facebook-Seite, dessen Text die SPD am Montag in Berlin verbreitete.

Er glaube nicht, dass die CDU-Vorsitzende dem französischen Präsidenten im Wahlkampf geholfen habe. «Ehrlich gesagt: Ich fand's eher peinlich», lautete Gabriels Urteil.

(fko/mrs/afp)

Erstellt: 07.02.2012, 00:12 Uhr

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7 Kommentare

Linus Huber

07.02.2012, 01:42 Uhr
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Wir brauchen keine Leute, welche in die Macht verliebt sind, sondern solche, welche Macht widerstrebend aber aus Liebe zum Land übernehmen. Die Idee, dass die Stabilität des EURO von diesen 2 Personen abhängen soll, zeigt die Überheblichkeit während Bescheidenheit eher angesagt wäre.
Ich vermisse die notwendige harte Linie gegen die Finanzjongleure, und dies nach 3 Jahren Krise.
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Andreas Moser

07.02.2012, 01:19 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Ja, wir retten den Euro bis zum Tode! Nach uns die Sindflut!
Merkozy üben sich ja schon wiederholt mit dem gleichen Handzeichen (siehe Sarkozy)!
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