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Warum Westerwelle mit roter Hand «Stopp» sagt
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Fingerfarben im deutschen Aussenministerium: Anlässlich des internationalen Aktionstags gegen den Einsatz von Kindersoldaten, dem «Red Hand Day», tauchte Aussenminister Guido Westerwelle seine Hände in rote Farbe. «Es ist wichtig, dass das Thema Kindersoldaten nicht in Vergessenheit gerät», sagte er zur Eröffnung der Fotoausstellung des Hilfswerks World Vision «ich krieg dich - children affected by war» am Freitag in Berlin.
«Keine Kindersoldaten nirgendwo», hat Westerwelle über seinen Händeabdruck geschrieben. Die Realität sieht anders aus: Weltweit gibt es 250.000 Kinder, die dazu gezwungen werden, in den Kriegen der Erwachsenen zu töten. Organisationen zufolge gibt es allein in Burma 77'000 Kindersoldaten in Regierungsarmee und bewaffneten Oppositionsgruppen. Westerwelle sagte, es sei nötig, international darauf hin zu wirken, «dass das, was wir hier beklagen, auch wirklich geächtet wird.»
«Verabscheuungswürdigste Form des Menschenhandels»
World-Vision-Vorsitzender Christoph Waffenschmidt rief dazu auf, den Missbrauch von Kindern als Soldaten konsequent zu verfolgen und zu bestrafen. Die Betroffenen seien oft «doppelt traumatisiert, da sie gleichzeitig Täter und Opfer sind», sagte er. Gemeinsam mit Hilfsorganisationen sollten Regierungen über konkrete Möglichkeiten nachdenken, Kinder vor Krieg und Gewalt zu schützen.
BAP-Sänger Wolfgang Niedecken, der sich seit Jahren in Uganda engagiert, mahnte, auch ausserhalb des «Red Hand Days» an das Schicksal von Kindersoldaten zu erinnern. «Es bleiben zu viele Tage übrig, an denen dieses Thema weggezappt wird», sagte er. Das deutsche Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bezeichnete den Einsatz von Kindersoldaten als «verabscheuungswürdigste Form des Menschenhandels.»
Opposition fordert Regierung zum Handeln auf
Die Grünen forderten ein stärkeres Vorgehen der Regierung. «Den Versprechungen der Koalition müssen endlich Taten folgen», mahnte die Sprecherin für Familien- und Kinderpolitik der Grünen-Fraktion, Katja Dörner. So müsse Deutschland die Vorbehalte zur UN-Kinderrechtskonvention zurücknehmen. Hintergrund ist, dass in Deutschland das Ausländerrecht Vorrang vor den Verpflichtungen der Konvention hat. Somit kann auch Abschiebehaft gegen Minderjährige verhängt werden.
Für die Linksfraktion erklärte die Abgeordnete Katrin Werner, es sei «ein scheussliches Verbrechen, wenn Minderjährige zwangsrekrutiert, bewaffnet und zum Töten angeleitet werden». Die Entwaffnung der Kinder, ihre Entlassung aus dem Militärdienst sowie die Wiedereingliederung in die Gesellschaft müsse mit allen Mitteln einer humanitären Aussenpolitik forciert werden.
Ausstellung «ich krieg dich»
Seit 2002 wird der Einsatz von Kindersoldaten von den Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen international geächtet; ein Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention verbietet den Einsatz von Kindersoldaten. Daran erinnert seitdem jeden 12. Februar der «Red Hand Day».
Die Ausstellung «ich krieg dich» zeigt bedrückende Bilder von Kriegswaisen, flüchtenden Kindern und Kindersoldaten aus Afghanistan, Libanon, Kongo und Uganda. Nicht die Politik, sondern das Schicksal stehe im Mittelpunkt der Ausstellung, betonte Waffenschmidt. Dem Betrachter solle veranschaulicht werden, was Krieg für Kinder bedeute. Die Ausstellung ist noch bis zum 4. März im Lichthof des Auswärtigen Amts zu sehen. Der Eintritt ist frei. Danach soll sie durch Deutschland geschickt werden. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.02.2010, 16:59 Uhr
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