Warum der Weltklimagipfel scheitern musste

Aktualisiert am 02.05.2010

Das Zerwürfnis zwischen Industriestaaten und Schwellenländern beim Klimagipfel in Kopenhagen war gross. Das enthüllen geheime Tonbandaufnahmen und Dokumente.

Beim Klimagipfel in Kopenhagen stiessen sie auf den Widerstand von China und Indien: Nicolas Sarkozy im Gespräch mit Angela Merkel.

Beim Klimagipfel in Kopenhagen stiessen sie auf den Widerstand von China und Indien: Nicolas Sarkozy im Gespräch mit Angela Merkel.
Bild: Keystone

Klimaschutz

«Petersberger Klimadialog» eröffnet

Eine neue Runde internationaler Klimagespräche ist am Sonntag auf dem Petersberg bei Bonn eröffnet worden. Die dreitägige Konferenz soll dazu beitragen, den seit der Konferenz von Kopenhagen festgefahrenen Klimaschutzprozess wieder voranzubringen. In ihrer Eröffnungsrede zum «Petersberger Klimadialog» sagte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, dass die bisherigen Anstrengungen und nationalen Ankündigungen zur Treibhausgas-Reduzierung noch nicht ausreichten, um die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Um diesem Ziel dennoch näher zu kommen, müsse es parallel zu den Uno-Verhandlungen bereits konkrete Anstrengungen geben, forderte Merkel. Es ergebe keinen Sinn, «sich die Köpfe heiss zu reden und dabei Jahr für Jahr verstreichen zu lassen». (sda)

Stichworte

Gut vier Monate nach dem gescheiterten Weltklimagipfel in Kopenhagen sind bisher geheime Dokumente mit Hinweisen auf die Hintergründe des Versagens aufgetaucht. So haben die dänischen Gastgeber das Ziel bindender Vereinbarungen deutlich früher aufgegeben als bisher bekannt. Das geht aus einem am Wochenende von der Kopenhagener Zeitung «Politiken» im Internet veröffentlichten Geheimpapier der Kanzlei von Ministerpräsident Lars Loekke Rasmussen hervor. Schon «Anfang 2009 sei klar gewesen, dass es keine Grundlage für ein Streben nach einem neuen, juristisch bindenden Klimaabkommen gab», heisst es in dem Papier.

Entscheidend für das Ergebnis mit einer unverbindlichen Absichtserklärung sei der Wille des nur zum Abschlusstag angereisten US-Präsidenten Barack Obama gewesen, um jeden Preis mit einer Vereinbarung nach Washington zurückzukehren, heisst es weiter. Rasmussen soll wegen des Papiers und seiner bis jetzt anderslautenden öffentlichen Äusserungen vor einen Parlamentsausschuss zitiert werden. Seine Kanzlei lehnte jeden Kommentar ab.

Brisante Mitschnitte

Dem deutschen Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» liegt ferner ein Tonbandmitschnitt vor, der die Kluft zwischen den Regierungen der EU-Länder auf der einen und China sowie Indien auf der anderen Seite belegt. Aus den Aufnahmen geht hervor, dass China und Indien eine Einigung auf konkrete Sparziele von Treibhausgasen blockierten und die EU düpierten.

In dem fast 90-minütigen Treffen fuhr Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel den indischen Premierminister Manmohan Singh an: «Aber dann wollen Sie nichts rechtlich Bindendes!» Der entgegnete mit lauter Stimme: «Das ist nicht fair!» Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy soll gesagt haben: «Bei allem Respekt vor China. Man muss auf diese Scheinheiligkeit reagieren.» Allerdings hiess es am Sonntag aus Teilnehmerkreisen, Singh sei zu diesem Zeitpunkt gar nicht im Raum gewesen. Indien sei in dem Moment durch ein niedrig-rangigeres Delegationsmitglied vertreten gewesen. (vin/sda)

Erstellt: 02.05.2010, 20:18 Uhr

Ausland

Populär auf Facebook – Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Ausland

AKTUELLE JOBS

Marktplatz

CNC-Dreher / CNC-Fräser Manpower AG, Schaffhausen

Assistent/in Sales Manager Manpower AG, Zürich

Telematiker/in Manpower AG, Baden

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Grillsaison
homegate Besser grillieren mit unseren Experten-Tipps Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

Telefonbuch

Marktplatz

bluebanana.ch