Ausland
Was die Experten nach dem Airbus-Absturz fordern
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Ein halbes Jahr nach dem Unglück forderten die französischen Ermittler am Donnerstag neue Zulassungskriterien für Langstreckenjets, bessere Flugdaten-Sicherung und Studien zur Wolkenbildung. Um den Absturz doch noch aufzuklären, soll im Februar 2010 die Suche nach dem Wrack des A330 im Mittelatlantik wieder aufgenommen werden. Das teilte das französische Amt für Unfallanalyse BEA in einem Zwischenbericht mit.
Die Internationale Organisation für Zivilluftfahrt (ICAO) setzt die Frage der Flugschreiber und der Regionen ohne Flugüberwachung auf die Tagesordnung ihrer Weltkonferenz im März 2010, wie der französische Verkehrs-Staatssekretär Dominique Bussereau erklärte. Er forderte zugleich die schnelle Ablösung der traditionellen Flugschreiber sowie eine Flugdaten-Übermittlung per Satellit.
Absturz nicht erklärt
Der Airbus war auf dem Nachtflug von Rio de Janeiro nach Paris in einem Unwetter abgestürzt. Automatische Wartungsmeldungen zeigen, dass zuvor der Autopilot, der Geschwindigkeitsregler und andere Systeme ausgefallen waren.
«Praktisch alle Meldungen hängen mit den Fehlern der Geschwindigkeitsmessung zusammen», erklärt das BEA. Die Ermittler nehmen daher die Pitot-Tempomesser in den Fokus. Sie betonen jedoch, es sei «immer noch nicht möglich, die Ursachen und Umstände des Unglücks zu verstehen». Der Ausfall der Pitot-Sonden sei «eines der Elemente einer Reihe von Ereignissen», die zum Unglück geführt hätten. Es könne den Absturz «jedoch alleine nicht erklären»
Neue Suche
Zur Klärung des Unglücks müssten die Flugschreiber ausgewertet oder zumindest das Wrack untersucht werden, meint das BEA. Doch beide ruhen auf dem zerklüfteten Meeresgrund. Deshalb soll eine neue Suche beginnen.
Es war schwer, das Gebiet abzugrenzen, weil das Flugzeug wegen Pannen bei der Kommunikation der Flugüberwachung Brasiliens und Senegals sieben Stunden lang nicht vermisst wurde.
«Insgesamt wurden über 1000 Wrackteile und die Leichen von 50 Personen gefunden», schreibt das BEA in seinem Zwischenbericht. «Die Untersuchung der Trümmerteile zeigt, dass das Flugzeug heftig auf die Wasseroberfläche aufgeschlagen ist, mit einer leicht nach vorne hochgezogenen Lage und ohne Neigung.»
Der Jet war dabei noch intakt. Um Licht in den rätselhaften Absturz zu bringen, untersuchte das BEA 13 andere Vorfälle bei fünf Fluggesellschaften, bei denen die Pitot-Sonden einer A330/A340 versagt hatten. Jedes Mal flog die Maschine durch instabile Luftmassen und der Autopilot fiel aus.
Bessere Datensicherung
Airbus, Air France und die Aufsichtsbehörden haben zwar auf die Pitot-Probleme reagiert und bestimmte Modelle praktisch aus dem Verkehr gezogen. Dem BEA reicht das aber nicht. Alle zertifizierten Sondentypen waren besser als eigentlich von Amts wegen gefordert. Das BEA stellt daher die Zulassung infrage.
Als weitere Konsequenz aus dem Absturz fordert das BEA eine bessere Flugdatensicherung. Die Flugschreiber müssten 90 statt 30 Tage lang Ortungssignale senden. Die Flugzeuge müssten zusätzliche Sender für ihre Ortung erhalten. Ausserdem sollte geprüft werden, Basisdaten wie Flughöhe, Position und Geschwindigkeit automatisch regelmässig über Satellit zu übermitteln. (cpm/sda)
Erstellt: 17.12.2009, 22:27 Uhr
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