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Wie einst Adenauer und de Gaulle
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Gräber geschändet
51 deutsche Gräber kurz vor Merkel-Besuch in Frankreich geschändet
Einen Tag vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im nordfranzösischen Reims haben Unbekannte in der Nähe mehr als 50 Gräber von deutschen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg geschändet. Wie die Staatsanwaltschaft von Charleville-Mézières am Sonntag mitteilte, wurden auf dem Militärfriedhof des kleinen Ardennen-Dorfes Saint-Etienne-à-Arnes 51 Gräber beschädigt. Frankreichs Innenminister Manuel Valls erklärte am Samstagabend in Paris, die Tat sei «unerträglich». Es werde alles daran gesetzt, die Verantwortlichen ausfindig zu machen. Nach ersten Angaben der Ermittler wurden Grabsteine und Kreuze herausgerissen, einige von ihnen wurden verbrannt. Das Bürgermeisteramt des Dorfes habe die Polizei am Samstagnachmittag verständigt.
(afp)
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Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande haben den hohen Stellenwert der deutsch-französischen Freundschaft hervorgehoben. Gleichzeitig unterstrichen sie bei einem Treffen im Reims am Sonntag ihren Willen, die Herausforderungen der Euro-Schuldenkrise gemeinsam zu meistern.
Mit ihrer Begegnung in Reims erinnerten die beiden Staatschefs an den gemeinsamen Besuch ihrer Vorgänger Charles de Gaulle und Konrad Adenauer in der ostfranzösischen Stadt vor genau 50 Jahren. Die beiden Politiker hatten damals den Grundstein für die Aussöhnung beider Länder gelegt.
Sechs Monate später unterschrieben sie im Januar 1963 in Paris den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag. Dieser ist Grundlage für die enge Kooperation beider Länder bis heute. Das Treffen vom Sonntag bildete den Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen, mit denen Deutschland und Frankreich bis zum Sommer kommenden Jahres das 50-jährige Bestehen des Elysée-Vertrages feiern wollen.
Merkel betonte an der Seite Hollandes den Stellenwert Europas für beide Länder: «Europa, das ist mehr als nur eine Währung», sagte die Bundeskanzlerin. «Unverzichtbar dafür sind die deutsch-französischen Beziehungen. Sie haben die europäische Einigung massgeblich geprägt und vorangebracht.»
Nun gehe es in Europa darum, Versäumnisse der Vergangenheit nachzuholen. «Das ist die politische Vollendung der Wirtschafts- und Währungsunion.» Das sei zwar eine «Herkulesaufgabe», aber Europa könne diese Aufgabe bewältigen.
«Freundschaft beflügelt»
Auch Frankreichs Präsident, der zuletzt andere Auffassungen über Auswege aus der Schuldenkrise als Merkel vertrat, hob die Bedeutung einer engen Kooperation hervor. «Unsere Freundschaft beflügelt Europa», sagte er. Sie könne helfen, die aktuellen Herausforderungen wie die Verteidigung der Gemeinschaftswährung oder in der Energiepolitik zu bestehen.
Hollande warnte zugleich vor den Gefahren der Euro-Schuldenkrise. «Wir sind in einer Bewährungsprobe in Europa.» Diese werde nicht die letzte sein. Aber: «Sie kann Gelegenheit dafür sein, dass wir einen neuen Aufschwung erleben, dass wir einen neuen Anfang finden.»
Merkel würdigte in ihrer Rede das Wirken von Adenauer und de Gaulle für die Verständigungspolitik zwischen den einstigen Kriegsgegnern Frankreich und Deutschland. Beide Staatsmänner hätten vor 50 Jahren nach dem dunklen Kapitel der Geschichte damit begonnen, ein «Bauwerk der deutsch-französischen Freundschaft» zu errichten.
«Türschwelle überschreiten»
Sie nannte das Treffen mit Hollande «ein wunderbares Zeichen des vertrauensvollen Miteinanders unserer Länder und Völker». Auf Französisch sagte sie: «Es lebe die deutsch-französische Freundschaft.»
Hollande sagte an die Kanzlerin gerichtet: «Ich möchte Ihnen vorschlagen, dass wir gemeinsam eine neue Türschwelle überschreiten.» Die Freundschaft müsse weiter vertieft werden. Wichtig sei, jungen Menschen Werte zu vermitteln, die beide Länder teilten - etwa Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit, Würde und Gleichheit.
(kle/sda)
Erstellt: 08.07.2012, 15:25 Uhr
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