Ausland

«Wir haben sofort unsere Tochter erkannt»

Aktualisiert am 05.04.2010

Eine Woche nach den Anschlägen in Moskau ist offenbar auch die zweite Selbstmordattentäterin identifiziert. Es handelt sich um eine Lehrerin aus Dagestan. Zuvor war bereits eine 17-Jährige als Täterin ermittelt worden.

Sie ist laut russischen Behörden eine der Attentäterinnen: Die 17-jährige Dzhennet Abdurakhmanova.

Sie ist laut russischen Behörden eine der Attentäterinnen: Die 17-jährige Dzhennet Abdurakhmanova.

Die Zeitung «Nowaja Gaseta» zitierte den Vater der mutmasslichen Selbstmordattentäterin mit den Worten: «Meine Frau und ich haben sofort unsere Tochter Marjam erkannt.» Der Mann namens Rasul Magomedow hatte ein im Internet verbreitetes Foto der Täterin zugeschickt bekommen. Magomedow sagte, seine Tochter Marjam Scharilowa sei am Tag vor den U-Bahn-Anschlägen am 29. März spurlos verschwunden.

Magomedow sagte der «Nowaja Gaseta», Sicherheitskräfte hätten ihm noch vor den Anschlägen mitgeteilt, seine Tochter habe heimlich einen militanten Islamisten geheiratet. Marjam habe ihm auf Nachfrage aber versichert, sie würde niemals ohne seine Zustimmung heiraten. Die 28-Jährige lebte noch bei ihren Eltern, wie ihr Vater weiter erklärte. «Sie war religiös, aber sie hat nie irgendwelche radikalen Ansichten geäussert», zitierte ihn die «Nowaja Gaseta».

Bei der anderen Selbstmordattentäterin soll es sich um die 17-jährige Witwe eines ermordeten Rebellen aus dem Nordkaukasus handeln, Dschennet Abdurachmanowa. Bei den Selbstmordanschlägen in der Moskauer Metro kamen am 29. März 40 Menschen ums Leben, mehr als 120 wurden verletzt.

Zwei Polizisten in Inguschetien getötet

In Dagestan kommt es seit den Kriegen in der benachbarten Krisenprovinz Tschetschenien immer wieder zu Anschlägen auf russische Sicherheitskräfte, einige Extremisten streben die Schaffung eines islamischen Staates im Nordkaukasus an. Am Sonntag explodierte nahe der Stadt Isberbasch in Dagestan ein Sprengsatz an einer Bahnstrecke und brachte einen Güterzug zum Entgleisen. Verletzt wurde niemand.

Bei einem Bombenanschlag in der Kaukasusrepublik Inguschetien wurden am Montag zwei Polizisten getötet. Vor dem Polizeihauptquartier in der Ortschaft Karabulak habe sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, teilten die Ermittlungsbehörden mit. (bru/ddp)

Erstellt: 05.04.2010, 17:26 Uhr

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