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Wulff bricht sein Schweigen in der Kredit-Affäre

Aktualisiert am 15.12.2011

Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff nimmt erstmals Stellung zum Vorwurf, er habe vor seiner Wahl den niedersächsischen Landtag getäuscht. Von einer Lüge will er aber nichts wissen.

«Ich erkenne an, dass hier ein falscher Eindruck entstehen konnte»: Christian Wulff wartet mit seiner Frau Bettina auf den Staatsbesuch des Präsidenten von Montenegro.

«Ich erkenne an, dass hier ein falscher Eindruck entstehen konnte»: Christian Wulff wartet mit seiner Frau Bettina auf den Staatsbesuch des Präsidenten von Montenegro.
Bild: Keystone

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Bundespräsident Christian Wulff hat sein Schweigen gebrochen und Fehler im Zusammenhang mit der Annahme eines Privatkredits in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident eingestanden. «Ich erkenne an, dass hier ein falscher Eindruck entstehen konnte», erklärte Wulff am Donnerstag in Berlin. «Ich bedauere das.»

Wulff hatte 2010 im niedersächsischen Landtag als damaliger Ministerpräsident die Frage verneint, ob er geschäftliche Beziehungen zu dem Unternehmer Egon Geerkens pflege. Einen 500 000-Euro-Kredit von dessen Ehefrau liess er dabei unerwähnt.

«Ich habe nichts zu verbergen»

Vor einigen Tagen hat die deutsche Boulevardzeitung «Bild» diese finanzielle Verbandelung mit Edith Geerkens aber aufgedeckt (baz.ch/Newsnet berichtete) und den Verdacht geäussert, Bundespräsident Wulff habe den Landtag in Hannover getäuscht. Wulff hatte sich damals, vier Monate vor seiner Wahl zum höchsten Deutschen, für eine umstrittene Reise nach Florida rechtfertigen müssen, bei der er mit seiner Ehefrau Gast in der Villa von Geerkens gewesen war. Die beiden hatten für den Flug dorthin nicht den vollen Ticketpreis bezahlt.

Am Donnerstag erklärte Wulff, es sei damals um die Frage gegangen, «ob geschäftliche Beziehungen zwischen mir oder dem Land Niedersachsen auf der einen Seite und Herrn Egon Geerkens, einem weiteren Unternehmer oder Firmen, an denen diese beteiligt waren, auf der anderen Seite bestanden». Dies sei nicht der Fall gewesen. «Dementsprechend habe ich die gestellten Fragen beantwortet und keine Veranlassung gesehen, den privaten Darlehensvertrag mit Frau Geerkens zu erwähnen.»

Wulff räumte jedoch ein: «Es wäre besser gewesen, wenn ich auf die Anfrage der niedersächsischen Abgeordneten im Landtag über die konkreten Fragen hinaus auch diesen privaten Vertrag mit Frau Geerkens erwähnt hätte, denn in der Sache hatte und habe ich nichts zu verbergen.» (fko/dapd)

Erstellt: 15.12.2011, 16:20 Uhr

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