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Zweitgutachten entlarvt Berlusconi
Braucht deutlich weniger Erholungszeit: Silvio Berlusconi. (Bild: Keystone)
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Die Verletzungen, die der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi bei einer Attacke auf dem Mailänder Domplatz im Dezember davon getragen hatte, waren weniger schlimm als von seinem persönlichen Arzt bescheinigt.
Nachdem Kritiker die von Berlusconis Arzt verordneten 90 Reha-Tage hinterfragt hatten, wurde der Ministerpräsident auf Anordnung eines Richters einem Arztbesuch unterzogen. Die Experten der Staatsanwälte stellten fest, dass die Genesungszeit lediglich 25 Tage betrug, berichtete die Tageszeitung «La Repubblica».
Auswirkung auf die Haftstrafe
Damit könnte die Strafe gegen Berlusconis Angreifer milder als bisher erwartet ausfallen. Laut dem italienischen Gesetz werden bei einem Angriff mit Verletzungen, die über 40 Tagen Genesungszeit vorsehen, erschwerende Umstände berücksichtigt, die zu einem Urteil von bis zu sieben Jahren Haft führen könnten.
Bei Verletzungen mit weniger als 40 Genesungstagen drohen Haftstrafen zwischen drei Monaten und drei Jahren Haft. Die Verteidiger des Angreifers wollen indes auf den psychisch labilen Zustand ihres Mandanten setzen, um ihn freisprechen zu lassen.
Abstruse Theorien
Der Täter wurde wegen seines Gesundheitszustands bereits aus der Haft entlassen und in einer psychiatrischen Anstalt unter Hausarrest gestellt. Auf der Internetplattform Youtube kursieren schon seit längerem abstruse Theorien über das Attentat - darunter auch Video- Rekonstruktionen, die den Vorfall widerlegen wollen.
Berlusconi zog sich nach mehreren Tagen im Spital für knapp einen Monat aus dem öffentlichen Leben zurück. Er war mit einer Souvenir- Nachbildung des Mailänder Doms angegriffen worden. Dabei erlitt er Platzwunden an der Lippe und einen Bruch der Nasenscheidewand. Ausserdem wurden zwei Vorderzähne abgebrochen. (sam/sda/)
Erstellt: 09.02.2010, 14:22 Uhr
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