Aktivistin zeigt Marine Le Pen ihre Brüste

In Paris unterbrach eine Frau die Rede von Front-National-Chefin. Knapp zwei Jahre davor hatte es schon einen ähnlichen Vorfall gegeben.

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Eine Femen-Aktivistin hat mit nacktem Oberkörper eine Rede der französischen Rechtspopulistin Marine Le Pen unterbrochen und gegen die Präsidentschaftskandidatin demonstriert. Sie sprang am Donnerstag kurz nach Auftakt einer Le-Pen-Veranstaltung zur internationalen Politik in Paris auf und rief mehrmals, die Front-National-Chefin sei eine «fiktive Feministin».

Dies hatte sie sich auch als Slogan auf den Oberkörper geschrieben. Sicherheitsleute zerrten die Frau aus dem Saal, Le Pen setzte ihre Rede fort.

«Heil Le Pen»

Schon früher hatten Aktivistinnen der Organisation Femen mit Oben-ohne-Aktionen gegen Le Pen demonstriert. Bei der FN-Kundgebung zum 1. Mai 2015 auf dem Pariser Opernplatz unterbrachen drei Frauen die Rede der Politikerin und zeigten den Hitlergruss, eine hatte sich «Heil Le Pen» auf den Oberkörper geschrieben.

Marine Le Pen will im Fall eins Sieges bei den französischen Präsidentschaftswahlen ihre Aussenpolitik allein am nationalen Interesse ausrichten. «Das ist der einzige Leitfaden unserer Politik, und damit unseres diplomatischen Handelns», sagte sie am Donnerstag in ihrer Rede.

«Frankreichs Politik wird in Paris entschieden»

Dabei erneuerte Le Pen ihre Kampfansage an die Europäische Union. «Man muss Schluss machen mit diesem bürokratischen Monstrum, wie es jetzt ist», forderte sie. Die EU schwäche Frankreich. Sie wolle die europäischen Verträge neu aufrollen, um «ein Europa der Nationen» zu bauen.

«Es ist klar, dass Frankreichs Politik in Paris entschieden wird, und dass kein Verbündeter, kein Vertrag, keine Allianz an der Stelle Frankreichs über seine Politik entscheidet», sagte Le Pen. Das französische Verteidigungsbudget solle innerhalb von fünf Jahren auf drei Prozent der Wirtschaftsleistung erhöht werden – nach NATO-Angaben liegt es derzeit bei rund 1,8 Prozent.

Le Pen liegt bei Umfragen vorn

Le Pens Anfang des Monats vorgestelltes Wahlprogramm sieht vor, im Falle eines Wahlsieges ein Referendum über ein einen Austritt aus der EU zu organisieren. Sie liegt in Umfragen für den ersten Wahlgang am 23. April derzeit klar vorn, für die entscheidende Stichwahl am 7. Mai allerdings nicht mehr.

(chi/sda)

Erstellt: 23.02.2017, 20:53 Uhr

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