Deutschland nahm 280'000 Flüchtlinge auf

Innenminister Thomas de Maizière betont, dass es gelungen sei, die Zahl der ankommenden Flüchtlinge zu begrenzen.

Deutschland als gelobtes Land für Migranten: Arbeitsuchende bei der Jobbörse für Flüchtlinge in Berlin.

Deutschland als gelobtes Land für Migranten: Arbeitsuchende bei der Jobbörse für Flüchtlinge in Berlin. Bild: Keystone

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Nach Angaben des deutschen Innenministers Thomas de Maizière (CDU) hat sein Land im Jahr 2016 insgesamt 280'000 Asylsuchende neu aufgenommen. Das sind erheblich weniger als 2015, als 890'000 Menschen nach Deutschland flüchteten. Fast die Hälfte der Neuankömmlinge von 2016 erreichte das Land in den ersten beiden Monaten des letzten Jahres. Nach der weitgehenden Schliessung der so genannten Balkanroute und dem Abschluss des Rückübernahmeabkommens mit der Türkei im März sanken die Zugänge auf rund 16'000 Menschen im Monat.

Sollten die Zahlen 2017 ähnlich bleiben wie in den letzten Monaten, dürften rund 200'000 Menschen neu einwandern. Die bayerische CSU fordert von der Schwesterpartei CDU seit Monaten eine Obergrenze von 200'000 Flüchtlingen im Jahr – bisher vergeblich.

Schutzquote bei 62 Prozent

Insgesamt wurden 2016 in Deutschland 745'000 Asylanträge gestellt. Die hohe Zahl erklärt sich dadurch, dass viele Flüchtlinge des Jahres 2015 erst 2016 die Möglichkeit bekamen, ihren Antrag einzureichen. Drei Viertel der Asylsuchenden stammten aus den Bürgerkriegsländern Syrien (36 Prozent), Afghanistan (17 Prozent) und Irak (13 Prozent). Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entschied 2016 in 695'000 Fällen. Die Schutzquote (Asyl, Flüchtlingsstatus, subsidiärer Schutz, Abschiebeschutz) betrug insgesamt 62 Prozent.

De Maizière betonte, dass bei den im historischen Vergleich immer noch sehr hohen Zahlen von Asylsuchenden von einer «Abschottungspolitik» keine Rede sein könne, gerade auch im Vergleich zu anderen Ländern der EU: «Deutschland kommt seiner humanitären Verantwortung in ausserordentlicher Weise nach.» Gleichzeitig halte er die Situation weiterhin für angespannt. «Wenn die Balkanroute geschlossen wäre, kämen auf diesem Weg jedenfalls nicht monatlich 15'000 Menschen nach Deutschland.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.01.2017, 14:28 Uhr

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