Wer ins Macron-Lager wechselte, wer zu Le Pen

Wie kam der Wahlsieger von 24 Prozent im 1. Wahlgang auf über 65 Prozent? Diese Grafik zeigt es.


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Mit Spannung war am Sonntag das Verhalten der Mélenchon-Wähler erwartet worden. Etwa sieben Millionen Franzosen hatten vor zwei Wochen für ihn gestimmt, zu einer Wahlempfehlung konnte er sich anschliessend nicht durchringen. Mélenchon hatte nur dazu geraten, nicht für Le Pen zu stimmen. Am Ende blieben 41 Prozent seiner Anhänger entweder zu Hause oder gaben einen ungültigen Wahlzettel ab. Wer allerdings dachte, dass viele zur rechten Le Pen überlaufen würden, sah sich getäuscht: Nur sieben Prozent Mélenchon-Wähler gaben ihr die Stimme, dafür 52 Prozent dem Mitte-Politiker Macron.

Immerhin zwanzig Prozent der Anhänger des konservativen François Fillon wählten diesmal den Front National. 32 Prozent blieben zu Hause oder wählten ungültig.

4,2 Millionen wählten ungültig

Hätte ein imaginärer dritter Kandidat bei der Stichwahl um die französische Präsidentschaft alle ungültig abgegebenen Stimmen für sich reklamieren können, er wäre auf sagenhafte zwölf Prozent gekommen. Etwa 4,2 Millionen Bürger gaben zwar ihren Stimmzettel ab, stimmten allerdings für keinen der beiden Kandidaten («Vote blanc») oder beschädigten ihren Stimmzettel so stark, dass er nicht in die Wertung einging («Vote nul»).

Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon, der im ersten Wahlgang als Vierter noch knapp unterlegen war, schloss aus dem Ergebnis: «Durch die Nichtwähler und die ungültigen Stimmen verweigerte sich unser Land massiv der extremen Rechten, weil sie uns fremd ist. Marine Le Pen wurde in diesem zweiten Wahlgang nur Dritte.»

(ta)

Erstellt: 09.05.2017, 09:46 Uhr

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