Kanzlerkandidatur: Schulz gibt überraschend auf

Die Bahn für Sigmar Gabriel ist wohl frei. Martin Schulz rechnet laut «Spiegel»-Bericht nicht mehr mit einer Kandidatur.

Verbindet eine lange Freundschaft mit Gabriel:  EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, während einer Konferenz in Brüssel. (15. Dezember 2016)

Verbindet eine lange Freundschaft mit Gabriel: EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, während einer Konferenz in Brüssel. (15. Dezember 2016) Bild: Keystone

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Eine Kanzlerkandidatur von Sigmar Gabriel wird immer wahrscheinlicher. Er hat als SPD-Chef das erste Zugriffsrecht. Will der Vizekanzler nicht gegen Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) antreten, war bislang der scheidende EU-Parlamentspräsident Martin Schulz als möglicher SPD-Kanzlerkandidat gehandelt worden. Dieser sorgt nun jedoch für eine Überraschung.

Wie Spiegel.de berichtet, rechnet Schulz nicht mehr mit einer Kandidatur. Das habe er noch vor Weihnachten gegenüber Genossen zu erkennen gegeben. In den vergangenen Wochen habe es in der SPD von verschiedener Seite Versuche gegeben, Schulz zu überreden, seine Kandidatur öffentlich zu erklären – und so einen Mitgliederentscheid herbeizuführen.

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Schulz will nicht gegen Gabriel antreten

Bei mehreren Bewerbern soll es eine Urwahl geben. Schulz würde laut «Spiegel» gerne kandidieren, schrecke aber davor zurück, gegen Gabriel anzutreten. Die lange Freundschaft mit dem SPD-Chef sei aufgrund der Kandidatur-Debatte einer Belastungsprobe ausgesetzt worden.

Die SPD will Ende Januar offiziell verkünden, wen sie ins Rennen ums Kanzleramt schicken will. Wie der «Spiegel» weiter schreibt, sei es jedoch nicht sicher, ob Gabriel tatsächlich antritt – auch wenn er der einzige Kandidat der SPD bleibt.

Merkel gewinnt an Zustimmung

Eine aktuelle Forsa-Umfrage sieht die SPD derzeit nur noch bei 20 Prozent. Der am Mittwoch veröffentlichte «Stern-RTL-Wahltrend» ergab zudem, dass Merkel bei der Kanzlerpräferenz an Zustimmung gewann. Wenn der Regierungschef direkt gewählt würde, käme sie aktuell auf 52 Prozent – das sind zwei Punkte mehr als in der Vorwoche. Für Gabriel würden sich demnach nur 13 Prozent entscheiden. (woz/AFP)

Erstellt: 30.12.2016, 08:14 Uhr

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