32 Tote und dutzende Verletzte im Irak

Der Montag war einer der blutigsten Tage für den Irak seit langem: IS-Angreifer stürmten ein Einkaufszentrum in Bagdad, Attentäter sprengten sich in der Provinz Dijala in die Luft.

Krisenherd Bagdad: In der irakischen Haupstadt sind Überfälle und Anschläge an der Tagesordnung. (Archiv)

Krisenherd Bagdad: In der irakischen Haupstadt sind Überfälle und Anschläge an der Tagesordnung. (Archiv) Bild: Keystone

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Mit mehr als 30 Toten bei IS-Anschlägen hat der Irak am Montag einen der blutigsten Tage seit langem verzeichnet. Bei einem Doppelanschlag auf ein Café in der Provinz Dijala starben mindestens 20 Menschen. Bei einer Geiselnahme in der Hauptstadt Bagdad wurden mindestens zwölf Menschen getötet. Zu beiden Taten bekannte sich die Jhadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

In dem Café in Mukdadijah, 90 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bagdad, sei zunächst eine Bombe explodiert, teilte die Polizei am Abend mit. Als sich Helfer vor dem Anschlagsort versammelt hätten, habe sich dort ein Selbstmordattentäter in einem Auto in die Luft gesprengt. Dutzende Menschen seien verletzt worden.

Anschliessend hätten Schiiten mehrere Häuser von Sunniten und eine Moschee in Brand gesteckt, teilte die Polizei mit.

Mehrere Autobomben

In Bagdad stürmten Polizeiangaben zufolge mehrere Männer wild um sich schiessend das Einkaufszentrum, nachdem sie zuvor auf der Strasse eine Autobombe gezündet hatten. Eine Polizeiquelle sprach von mehreren Autobomben. Ein schockierter Augenzeuge berichtete, ein Selbstmordattentäter habe einen Ladenbesitzer festgehalten und dann seinen Sprengstoffgürtel gezündet. Der Wagen, mit dem die Angreifer gekommen seien, sei voller Sprengstoff gewesen und dann gezündet worden.

Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Angriff in einem vier- oder fünfstöckigen Gebäude im Geschäftsviertel al-Dschadida im Osten der Hauptstadt, wo mehrheitlich Schiiten leben. Über dem Ort des Geschehens stand eine riesige schwarze Rauchwolke. Neben den zwölf Toten soll es mindestens 36 Verletzte gegeben haben.

Drei Geiseln erschossen

Im Verlauf der Geiselnahme liessen die Angreifer laut Polizei mindestens neun Frauen und Kinder frei. Drei Geiseln seien erschossen worden, als die Sicherheitskräfte den Geiselnehmern zu nahe gekommen seien. Alle anderen Geiseln seien befreit und die Angreifer getötet worden, sagte ein Polizeisprecher.

Die IS-Miliz gab über eine Erklärung im Internet bekannt, dass vier ihrer Mitglieder den Angriff ausgeführt hätten. Nach Angaben der Islamisten wurden 90 Menschen getötet oder verletzt.

Zudem starben am Montag mindestens drei Menschen bei einem Autobombenanschlag in Nahrawan, südlich von Bagdad. Mindestens acht Menschen seien verletzt worden, teilte die Polizei mit.

Bargeld-Depot des IS zerstört

Unterdessen zerstörte die US-geführte Koalition, die im Irak und in Syrien Luftangriffe gegen den IS fliegt, nach eigenen Angaben ein Bargeld-Depot der Organisation im nordirakischen Mossul. Dabei seien «Millionen Dollar» vernichtet worden, sagte ein US-Vertreter, der nicht genannt werden wollte.

Zwei 900-Kilogramm-Bomben seien auf das Depot abgeworfen worden, in dem Geld aus den illegalen Geschäften des IS wie Ölhandel und Plünderungen gelagert worden sei. Laut einem Bericht des US-Nachrichtensenders CNN wurden bei dem Angriff bis zu sieben Zivilisten getötet.

(fal/chk/AFP)

(Erstellt: 11.01.2016, 19:48 Uhr)

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